Mehr Vertrauen, mehr Bindung – So werdet ihr zu einem echten Team!
Jeder wünscht sich eine harmonische Beziehung zu seinem Hund. Eine echte Verbindung, die nicht auf „Sitz, Platz, Fuß“ basiert, sondern auf gegenseitigem Verständnis, Vertrauen und Nähe.
Doch was ist eine harmonische Beziehung und eine gute Bindung zum Hund?
💜Ist ein Hund, der alle Signale seines Menschen ausführt auch gleichzeitig ein Hund, der eine gute Beziehung und Bindung zu seinem Menschen hat?
💜 Ist ein Hund, der gern mit seinem Menschen auf dem Sofa kuschelt ein Hund, der eine gute Beziehung zu seinem Menschen hat?
💜 Ist ein Hund, der bei Gefahren den Schutz des Menschen sucht ein Hund, der eine gute Beziehung zu seinem Menschen hat?
💜 Ist ein Hund, der niemals Aggressionen zeigt und alles über sich ergehen lässt ein Hund, der eine gute Beziehung zu seinem Menschen hat?
Kann sein. Muss aber nicht.
Jeder stellt sich unter einer guten Beziehung etwas anders vor. Jeder definiert eine gute Beziehung anders. Der Eine braucht mehr Freiheiten und fühlt sich trotzdem verbunden, der Andere braucht engeren und intensiveren Kontakt. Das ist bei uns Menschen so. Das ist auch bei den Hunden so.
Das Leben ist bunt. Und genauso bunt sind die Charaktere von Mensch und Hund. Du kannst eine gute Beziehung letztendlich nie so richtig definieren und pauschalisieren, denn sie äußert sich immer auf eine andere Art und Weise.
Aber du kannst für dich Punkte herausfinden, die du als wichtig für deinen hündischen Alltag empfindest. Die du dir wünschst und die du dir für deinen Hund wünschst.
Wichtig: Eine gute Beziehung zu deinem Hund fällt nicht vom Himmel. Eine gute Beziehung muss sich erst entwickeln. Sie muss sich Stück für Stück aufbauen. Sie entsteht indem ihr im Alltag Höhen und Tiefen durchlebt. Aber vor allem entsteht sie dadurch, welche Erfahrungen ihr gemeinsam macht.
Und ganz ehrlich: Du bist verantwortlich für diese Entwicklung. Für die Erfahrungen. Für euren Alltag. Eure Erfolge und auch eure Niederlagen. Nicht dein Hund!
Die Frage ist ja:
Verstehst du deinen Hund und seine Handlungen im Alltag? Stehst du für deinen Hund ein? Kannst du ihm Schutz, Sicherheit, eine klare Struktur geben, an der er sich festhalten kann? Kommunizierst du klar, aber auch fair und verständnisvoll mit deinem Hund? Triffst du Entscheidungen für deinen Hund?
Ich könnte die Liste der Fragen hier ewig weiterführen, weil – wie gesagt- die Beziehung zum Hund äußert sich auf vielfältige Art und Weise und braucht deswegen auch unterschiedliche Ansatzpunkte.
Wenn du dir aber diese Fragen oder auch ähnliche Fragen stellst und nicht so richtig sicher bist, ob du sie mit einem klaren JA beantworten kannst, dann lies jetzt unbedingt weiter. Ich zeige dir hier vier Säulen, die euch dabei helfen eure Beziehung zu stärken.
Verstehen und verstanden werden – Wie du die Welt deines Hundes erkennst
Wir alle haben im Alltag so unsere Meinungsverschiedenheiten mit unserem Hund. Er verhält sich in dieser oder jener Situation vielleicht mal nicht so wie wir uns es gerne wünschen würden. Weißt du, eine enge Beziehung beginnt mit Verständnis. Wenn du nicht weißt, warum dein Hund sich so verhält, wie er es tut, kannst du ihn auch nicht lenken und helfen.
Ein oft gesehenes Problem, welches total kontraproduktiv ist, wenn man sich eine gute Beziehung zum Hund wünscht: Viele Hundehalter versuchen, Verhalten zu „korrigieren“, ohne die Ursache zu hinterfragen. Aber wie willst du ein Problem lösen, wenn du nicht weißt, warum es überhaupt entstanden ist?
➡ Dein Hund bellt den Fahrradfahrer an? Vielleicht, weil er ihn als Bedrohung sieht? Oder doch, weil er gerade Spaß daran hat einem Reiz hinterher zu jagen?
➡ Dein Hund ignoriert den Rückruf? Vielleicht, weil er gelernt hat, dass sich andere Dinge mehr lohnen? Oder weil du ihn jedes Mal unbewusst beim Rückruf mit deiner Körpersprache abblockst und ihm falsche Signale sendest?
➡ Dein Hund pöbelt in Hundebegegnungen? Vielleicht, weil er aus einer eigentlichen Unsicherheit die Kontrolle übernehmen will? Oder weil du ihm nicht Sicherheit bieten kannst?
Das waren jetzt nur Minibeispiele, die kurz verdeutlichen sollen:🚨 Verhalten ist nicht zufällig – es hat IMMER eine Ursache!
Wenn du nicht verstehst warum er den Fahrradfahrer anbellt, warum er in einer Hundebegegnung angespannt ist oder lospöbelt, warum er auf deinen Rückruf nicht reagiert, warum er ständig an der Leine zieht, dann kannst du deinem Hund auch nicht helfen. Dann weißt du nämlich nicht, wie er gerade fühlt, wie er denkt und wie er entscheidet, wie er sich gerade verhalten soll.
Erkenne die Ursache für sein Verhalten und alle dahintersteckenden Gefühle und Emotionen, ehe du mit irgendwelchen Trainingsmethoden loslegst!
Wie du die Ursache erkennst? Lerne deinen Hund lesen!
Hunde sind brutal ehrlich in ihrer Kommunikation. Sie tun das, was sie für richtig halten und zeigen dies auch deutlich.
Beobachte deinen Hund ganz bewusst.
🔹 Was sind seine Auslöser?
🔹 Wie sieht seine Körpersprache aus?
🔹 Wann fühlt er sich wohl – und wann nicht?
Schau außerdem auf die gemachten Erfahrungen und die eingeprägten Verhaltensmuster deiner Fellschnute. Falls dein Hund mit einem Verhalten Erfolg hatte, wird er in einer ähnlichen Situation genauso handeln.
Als Beispiel:
Dein Hund hat Angst vor einer Person, die geradewegs auf ihn zugeht und ihn begrüßen möchte. Dein Hund geht erst zurück und versucht zu deeskalieren. Die Person geht aber weiter bedrohlich auf deinen Hund zu. Dein Hund knurrt und bellt kurz. Daraufhin nimmt sich die Person zurück und dein Hund ist erleichtert. Er hat gelernt: „Ahhhh mit Bellen komm ich an mein Ziel, dass das was mir Angst macht, Abstand hält.“
Dein Hund möchte zu einem anderen Hund hinrennen. Du rufst ihn, er stoppt auch kurz, steht da, überlegt, aber entscheidet sich dann doch dafür zum Hundekumpel zu rennen. Du hast gerade nicht viel Chance zu handeln weil du viel zu weit weg bist. Dein Hund lernt: “Ahhhh, nicht auf den Rückruf zu reagieren, hatte jetzt nicht wirklich eine negative Konsequenz. Im Gegenteil, hier beim Hundekumpel ist es spaßig.”
Essen liegt auf dem Couchtisch, du gehst kurz aus dem Raum und dein Hund denkt sich: “Meine Chance”. Er klaut dein Abendbrot und legt sich kurz danach wohl gesättigt in sein Körbchen. Du bekommst es viel zu spät mit und weißt: “Jetzt brauch ich auch nicht mehr meckern!” Dein Hund hat gelernt: „Ok wenn Mutti nicht in unmittelbarer Nähe ist, ist es ja auch nicht schlimm, wenn ich Essen klau, war lecker, mach ich jetzt immer so.”
🐾 Wenn du die Gefühle und Emotionen erkennst, die deinen Hund zu einem Verhalten veranlassen, …
🐾 Wenn du die dahinterliegende Ursache erkennst, …
🐾 Wenn du die Verhaltensmuster die aus den gemachten Erfahrungen entstehen, erkennst, …
… nur dann kannst du deinem Hund helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Dann kannst du frühzeitig eingreifen.
Wenn du das nicht erkennst, wenn du nicht siehst, was dazu führt, dass sich dein Hund so verhält, dann (mein Tipp) hol dir Unterstützung!
Wichtig bei deiner Suche nach Unterstützung: Gute Hundetrainer gehen immer auf die Ursachen ein.
Wenn du an Jemanden gerätst, der sofort mit „Lösungen“ um die Ecke kommt, ohne nach den Hintergründen zu fragen, dann lauf. Schnell. Woran erkennst du, ob ein Hundetrainer gut ist oder eben nicht? Wirklich gute Hundetrainer nehmen sich total viel Zeit, um Herauszufinden wo die Ursache eines Problems liegt. Sie machen mit dir zunächst eine ausführliche Anamnese, sie sehen sich das Verhalten an, sie testen bestimmte Dinge. Einfach um eure Situation im ersten Schritt zu verstehen, um die Motivation, die dahinter steckt herauszufinden. Um dann erst im zweiten Schritt mit euch zusammen nach einer Lösung, die an der Ursache ansetzt zu suchen. Nur mit diesem Vorgehen, wird dein Hund langfristig und grundlegend sein Verhalten ändern, weil hier an den Gefühlen und Emotionen, die dahinter stecken angesetzt wird.
Fazit: Um eine gute Beziehung zu deinem Hund zu bekommen, lern deinen Hund lesen und verstehen, warum er so handelt wie er handelt.
Jetzt könnte ich diesen Blogbeitrag hier schon beenden, denn dies ist die absolute Grundvoraussetzung für eine tolle Mensch Hund Beziehung. Allerdings gibt es noch soooo viele Punkte, die dazu beitragen eine gute Verbindung zum Hund aufzubauen. Also lies jetzt noch ein wenig weiter!
Wer bist du für deinen Hund? – Die Kraft von Präsenz und Klarheit
Weißt du, in meinem mittlerweile achten Jahr als Hundetrainerin habe ich sooo viele liebe Mensch Hund Teams kennengelernt. Und dabei meine ich nicht nur: ich hab sie mal gesehen und mit ihnen gesprochen. Nein. Ich habe sie voll und ganz mit all ihren Charaktereigenschaften, Persönlichkeiten, Eigenarten und Verhaltensweisen kennengelernt. Vom schüchternen Mädchen bis hin zur gestandenen Geschäftsfrau. Und genauso die Hunde. Vom Angsthasen bis zum absoluten Rambo.
Eines ist mir dabei aufgefallen: Hunde folgen den Menschen, die Sicherheit ausstrahlen.
Nicht denen, die am lautesten schreien. Nicht denen, die ihre Autorität mit Druck oder Leckerchen erkaufen. Sondern denen, die eine natürliche Klarheit in ihrer Haltung haben.
Hunde fühlen sich zu Personen hingezogen und folgen ihnen gern, die selbstsicher sind, die nicht viel nachdenken, sondern handeln, die Entscheidungen übernehmen und diese Entscheidung zielstrebig verfolgen. Die nicht versuchen laut und herrisch zu sein, sondern mit ihrer Präsenz eine gewisse Ausstrahlung haben.
Warum folgen Hunde diesen Personen? Wie sie einem Sicherheit vermitteln und eine klare Richtung weisen.
Und jetzt mal ehrlich: Welche Person bist du für deinen Hund?
❓ Bist du zielstrebig oder eher schüchtern, zurückhaltend und unsicher?
❓ Strahlst du Ruhe aus – oder bist du oft unentschlossen, hektisch und hin und her gerissen?
❓ Übernimmst du aktiv die Verantwortung – oder reagierst du nur auf das Verhalten deines Hundes?
Versteh mich nicht falsch: Egal wie du bist, du bist super so wie du bist. Aber wenn du deinem Hund Sicherheit bieten möchtest, dann spielen deine Charakterzüge ebenso eine große Rolle.
Ein schüchterner, nachdenklicher und unsicherer Mensch wird Probleme bekommen einem zielstrebigen, selbstsicheren Hund zu verkaufen, dass es besser ist auf den Menschen zu hören.
Du als Person bist ein wichtiges Element in eurer Mensch Hund Beziehung.
Sei die Person, an der sich dein Hund orientieren kann.
Nicht, indem du dominant oder laut bist – sondern indem du klare Signale sendest, entschlossen handelst und ihm so Sicherheit gibst.
Diese Sicherheit fehlt dir? Wahrscheinlich weil du keinen klaren Plan hast. Vielleicht fehlt dir hier und da noch Hintergrundwissen, wo wir wieder beim Punkt Nr. 1 sind. Lerne deinen Hund lesen und verstehen. Nur dann kannst du adäquat handeln!
Eine Frage die du dir schon einmal stellen könntest, ein Gesichtspunkt auf den du schonmal in eurem Alltag den Fokus legen könntest wäre: Wer agiert? Wer reagiert? in euer Beziehung? In eurem Alltag? Wer handelt? Und wer reagiert nur auf die Handlung des Anderen?
Egal ob das im positiven oder negativen Sinne ist:
🩶 Dein Hund bellt zu Hause los, du sagst: Lass das!
🩶 Dein Hund kommt zu dir und fordert Aufmerksamkeit ein, du streichelst ihn.
🩶 Dein Hund liegt mitten im Weg, du bist so freundlich und gehst außen herum.
Oder ist es eher:
🩶 Dein Hund liegt im Körbchen und du sprichst ihn an, holst ihn zu dir aufs Sofa.
🩶 Dein Hund sieht die Nachbarskatze und bleibt brav stehen, du lobst genau diesen Moment und schenkst ihm Aufmerksamkeit.
🩶 Dein Hund sieht einen Spaziergänger und du sagst ihm direkt, dass er mal ins bei Fuß kommen soll, bevor dein Hund groß eine Entscheidung treffen muss, wie er mit dem Fußgänger umgehen soll.
Betrachte mal euren Alltag und stell dir die Frage: Wer handelt? Und wer reagiert nur auf das Handeln? Gibt es da ein Ungleichgewicht?
Noch ein wichtiger Punkt ganz nebenbei: Auch dein Hund mit all seinen Charakterzügen und Eigenschaften ist natürlich ein wichtiges Element in eurer Beziehung. Diesen Aspekt lassen wir aber hier einmal außen vor, denn Charakter von anderen Lebewesen kann und sollte man nicht versuchen grundlegend zu ändern. Man kann nur an sich, wenn einem etwas stört, arbeiten und sich selbst weiterentwickeln.
Vertrauen wächst mit Sicherheit – Dein Hund soll sich auf dich verlassen können
Stark damit zusammenhängend wer bei euch agiert und wer reagiert, ist auch die Frage: Wer trifft bei euch die Entscheidungen?
Versteh mich nicht falsch: Natürlich sollten Hunde ihre Freiheiten haben. Sie sollten Raum haben um sich zu entfalten. Sie sollten mal Vollgas geben können, um eventuell angestauten Frust und Stress loszuwerden. Sie sollten mal ganz ungestört ihr Ding machen. Und sie sollten hier und da auch ihre eigenen Entscheidungen treffen.
Aber oftmals sehe ich, dass Hunde zu viele Freiheiten haben, keinen klaren Rahmen vorgegeben bekommen und damit überfordert sind. Sie sind verloren in unserem Alltag mit all den Umweltreizen, wenn wir ihnen nicht sagen, wie sie sich verhalten sollen. Wenn wir ihnen nicht bestimmte Entscheidungen abnehmen, übernehmen sie selbst Verantwortung, dann entscheiden sie selbst. Und damit sind unsere Vierbeiner oftmals überfordert.
Als Beispiel:
🐾 Die Nachbarsomi will deinen Hund streicheln. Du weißt, dass dein Hund das nicht mag – aber aus Freundlichkeit lässt du es zu.
Was lernt dein Hund?
🔹 „Okay, ich muss das wohl alleine regeln…“
🔹 „Die Omi ist mir zu gruselig – dann bell ich sie lieber an!“
🐾 Besuch kommt zu dir und deine Freunde sagen: „Lass den armen Hund doch frei rumlaufen!“ Du weißt, dass es deinem Hund besser tun würde, wenn er erst mal in Ruhe auf seinem Platz bleibt – aber du lässt ihn frei, um Diskussionen zu vermeiden.
Was lernt dein Hund?
🔹 „Niemand hilft mir, mich zu beruhigen – dann begrüße ich lieber alle stürmisch!“
🐾 Ein ferner Bekannter sagt: „Lass den Hund doch mal Hund sein – lass ihn doch mal mit meinem Hund spielen!“ Du weißt, dass dein Hund schnell hochfährt und dann nicht mehr ansprechbar ist – aber du sagst nichts und lässt es zu.
Was lernt dein Hund?
🔹 „Ich bin jetzt auf mich allein gestellt mit dieser Wuseligkeit des anderen Hundes. Sich auf Mutti und ihre Signale zu konzentrieren ist jetzt nicht so wichtig!“
Wenn dein Hund in Situationen, in denen er vielleicht ein bisschen überfordert ist von dir keine Richtung aufgezeigt bekommt, dann fühlt er sich allein gelassen. Er steht allein im Regen.
Er lernt Dinge wie: „Ich muss meine Probleme selbst lösen. Mein Mensch unterstützt mich nicht. Dann treffe ich meine Entscheidungen eben selbst!“
Als Folge bellt er andere Menschen an, begrüßt den Besuch stürmisch oder ignoriert den Rückruf. Weil er in den Situationen eine Entscheidung für sich getroffen hat. Nicht, weil er „stur“ oder „unhöflich“ ist – sondern weil er nie gelernt hat, dass du dich um die Entscheidungen kümmerst. Dabei sollte er sich doch auf dich verlassen können.
Lass deinen Hund bitte in solchen Situationen nicht im Regen stehen. Triff Entscheidungen für deinen Hund! Handel bevor dein Hund handelt!
Und weil viele Menschen mich jetzt fragen: Naja woran erkenne ich denn, dass mein Hund in solchen Situationen Hilfe braucht? Ich sehe es vielleicht erst nachdem er schon entschieden hat?
Du erkennst es, indem du einmal Punkt Nr. 1 dieses Blogbeitrages beachtest. Lern deinen Hund lesen, finde heraus, wie es ihm in solchen Situationen geht, lern seine Handlungsmuster kennen!
Als Faustformel: Zeigt dein Hund ein Verhalten, was dir nicht so gefällt, wird er wuselig, dann ist das eine Situation in der du frühzeitig handeln solltest. Und dann ist das eine Situation die du genauer untersuchen solltest, um die eigentliche Motivation und Ursache herauszufinden.
Im Übrigen: Hunde, die ihrem Menschen vertrauen, die gelernt haben, dass ihr Mensch etwas für sie regeln kann, die treffen nicht so schnell eine eigene, vielleicht „falsche“ Entscheidung. Sie fragen quasi vorher erstmal bei ihrem Menschen ab.
Sie sehen zum Beispiel einen Reiz, wie einen Fußgänger, einen anderen Hund oder Ähnliches und dann nehmen sie ganz von allein und ohne, dass der Mensch ein Signal dazu sagen muss, Kontakt zu ihren Menschen auf. Sie orientieren sich um und fragen erstmal nach wie sie sich verhalten sollen.
Das ist etwas, was du einerseits trainieren kannst. Das ist andererseits etwas, was sich erst entwickeln muss, weil du als Hundehalter die Verantwortung in vielen kleinen Alltagssituationen schon übernommen, Dinge geregelt und deinem Hund so Sicherheit vermittelt hast.
Kommunikation ist der Schlüssel – Redet ihr die gleiche Sprache?
Vielleicht hast du jetzt schon einige Ansatzpunkte gefunden, um eure Beziehung weiter zu verstärken. Jetzt besteht vielleicht noch die Frage: Wie vermittelst du jetzt deinem Hund, dass du die wichtigen Entscheidungen triffst? Wie sagst du deinem Hund, dass er bei Unsicherheiten zu dir kommen soll? Wie kannst du ihm Sicherheit vermitteln?
Ich kann immer nur sagen: Mit der richtigen Kommunikation.
Na klasse. Was ist denn die richtige Kommunikation? In meiner Welt ist das ein freundlicher, motivierender Grundton, der gespickt ist mit kurzen, knackigen, energievollen Korrekturen, wenn´s mal nicht so läuft.
Eine rein nur motivierende Kommunikation wird nicht funktionieren, genauso wenig, wie eine rein aversive und herrische Kommunikation.
Was dabei wichtig ist:
🐾 Sprich wenig, aber dafür klar. Nicht zu viele Worte – sondern eindeutige Signale.
🐾 Versuch es immer erst einmal freundlich motivierend
🐾 Nutz knackige, energievolle Korrekturen und zeig deinem Hund direkt danach eine alternative Handlung auf.
🐾 Sag einmal etwas und wenn keine Reaktion kommt, dann handel!
🐾 Setz Grenzen – freundlich, aber bestimmt.
🐾 Nutze deine Körpersprache – Hunde verstehen sie besser als Worte.
🐾 Bestätige positive Verhaltensweisen deines Hundes und leg hauptsächlich den Fokus aufs Positive.
🐾 Schau wann du deinem Hund Aufmerksamkeit schenkst. Für positive Verhaltensweisen oder immer nur wenn dein Hund Quatsch macht?
🐾 Achte darauf, dass auch du keine Signale mal nebenbei gibst, ohne groß darauf zu achten, ob sie auch ausgeführt werden.
Das waren jetzt nur einige kleine Punkte, die in Summe aber wichtig sind, um deinem Hund freundlich zu vermitteln, welches Verhalten das Richtige ist und welches eben nicht. Lautstärke, Gewalt, Drohungen und all solche Dinge haben in der Kommunikation meiner Meinung nach nix verloren.
Letztendlich hat eine gute Beziehung extrem viel mit Vertrauen zu tun.
Für mich persönlich (und das ist wirklich nur meine persönliche Meinung) führen die folgenden Punkte dazu, dass mein Vertrauen in meinen Hund wächst.
✨ Ein Hund, der gut orientiert ist und sich freiwillig nach dir umschaut, weil er wissen will, was du denkst und wie du handelst.
✨ Ein Hund, der sich in schwierigen Momenten an dir orientiert, statt kopflos zu reagieren.
✨ Ein Hund, der auf dich hört – nicht, weil er muss, sondern weil er es will und weil er gelernt hat, dass es ihm ein Vorteil bringt.
Es geht nicht darum, dass dein Hund auf Knopfdruck funktioniert. Es geht auch nicht darum, dass er „gehorsam“ ist. Es geht darum, dass er sich auf dich verlassen kann, weil du seine Welt verstehst, weil du seine Sprache sprichst, weil du ihn beschützt, lenkst und leitest.
Und gleichzeitig geht es auch darum, dass du dich auf deinen Hund verlassen kannst, weil du weißt, dass er im Notfall den Schutz bei dir sucht und nicht selbst handelt. Weil du weißt, dass er sich super an dir orientiert und bei dir „abfragt“. Weil du weißt, dass er sich auf dich verlässt.
Ja das ist Arbeit. Das braucht Zeit und Entwicklung. Aber es ist ein tolles Gefühl, wenn das Vertrauen gegenseitig wächst. Suche deine Stellschrauben und dreh sie, damit ihr nicht nur nebeneinander lebt, sondern miteinander.
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Eins kann ich dir noch raten: Falls du noch nicht in meinem Newsletter bist, trag dich gern ein, um zukünftige Hundeheldinnen News, wie solche Beiträge oder Emails mit kurzen Tipps nicht zu verpassen. Pssssst: Da kommt bald was ganz Tolles! 🚀🐶
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Schreib doch gern einmal in die Kommentare.
Hat dir der Beitrag geholfen? Hattest du AHA Momente?
Danke erst einmal für den wirklich informativen und ausführlichen Beitrag. Toll, dass du dir die Zeit und Mühe machst uns einen so tiefen Einblick zu geben.
Mein Problem ist, dass ich ziemlich ungeduldig bin und im Hektik Alltag schnell genervt von seinem Verhalten und dann ungehalten reagiere. Ich versuche jetzt bewusst ruhig zu bleiben, schon am Anfang des Spaziergangs. Wie soll ich aber reagieren, wenn er Wild sieht? Erst stehen bleibt und nicht dann vor schießt? Auf Ansprache nicht reagiert und aufgeregt ist und fiept? Im Hellen versuche ich ruhig stehen zu bleiben und ihm die Sicht zu versperren. Klappt leider nur bedingt. Im Dunkeln ist es immer noch schlimmer, da ist er schon immer aufgeregt wenn er was in der Nase hat. Ich sehe natürlich nichts, wenn ich dann stehen bleibe und ihn bei mir behalte und warte bis er mich anguckt, dauert das immer ewig. Die Nase geht, die Ohren gespitzt auf jedes Geräusch hörend und das sind im Dunkeln sehr viele. Oft verliere ich die Geduld und sage ihm dann irgendwann, dass er mich angucken soll, damit wir endlich weitergehen können. Ist vermutlich falsch. Ich werde in Zukunft auf jeden Fall anhand deiner Beispiele versuchen zu überprüfen, wer bei uns welche Entscheidungen trifft.
Deine Fragen sind sehr präzise und klar würde ich sie dir gern beantworten. Buch dir doch gerne einen halbstündigen kostenlosen Termin für den Check in bei mir. Dann quatschen wir einfach mal drüber. 🙂 Habt ihr euch das Thema Freiwillige Umorientierung schon angesehen? Dann könnte ich euch das alternativ empfehlen.