(stressige) zauberhafte Weihnachten mit deinem Hund
Jubel, Trubel, Heiterkeit bedeutet für deinen Hund oft Stress, Aufregung, Hibbeligkeit und Tohuwabohu.
Der Besuch steht vor der Tür, es klingelt (der Startschuss für deinen Hund) und dann soll er sich wieder zusammenreißen, soll den geliebten oder gehassten Besuch nicht stürmisch begrüßen und soll sich zurücknehmen.
Ihr geht zur Familie, die es wieder nicht schafft deinen Hund zu ignorieren. Dein Hund wird ständig damit konfrontiert mit der Frage: „Wie gehe ich damit um, wenn ich doof angeguckt werden, wenn jemand von oben und frontal auf mich zugeht, wenn mir jemand zu nahe kommt, usw.“
Frauchen und Herrchen sind nicht nur aufgeregt, sondern auch gestresst. Die Kinder rennen wie irre durch die Gegend, weil sie die Spannung nicht mehr aushalten können. Aber dein Hund sieht nur: „alle sind irgendwie komisch!“
Der leckere Gänsebraten riecht köstlich, aber ist für deinen Hund dieses Jahr leider wieder tabu. Die vielen Geschenke sind auch irgendwie interessant. Dein Hund denkt sich vielleicht: „Oh die Geschenke zu zerrupfen macht bestimmt mega viel Spaß.“ Aber du bist wieder der Miesepeter und verbietest die lustige Zerstörungswut. Auch die komische Hundetoilette namens Weihnachtsbaum muss in Ruhe gelassen werden.
Dein Hund muss zu Weihnachten echt viel ertragen und sich ständig zusammenreißen. Das ist einfach mal mega anstrengend.
Damit der Weihnachtsabend und die Feiertage für dich und deinen Hund nicht stressig, sondern zauberhaft werden, habe ich noch ein paar Last Minute Tipps für dich und deinen Hund. Los geht´s:
💜 Ein großer Spaziergang vor dem Trubel.
Geh eine schöne Gassirunde, bevor es los geht. Vielleicht ganz allein, um die Ruhe und Stille zu genießen. Lass dein Handy zu Hause, geh irgendwo hin, wo du selten jemanden triffst, geh ganz langsam, atme ganz bewusst ganz tief ein und aus. Lass das Training heute mal weg. Dann kannst nicht nur du mal deinen Gedanken freien Lauf lassen. Dein Hund kann auch ein bisschen herunterfahren vor dem ganzen Trubel.
Oder geh gemeinsam mit der Familie eine Runde, damit sich alle ganz in Ruhe aneinander gewöhnen können. Dann ist die erste Energie raus und deinem Hund wird es leichter fallen zu entspannen. Ein Spaziergang mit allen Familienmitgliedern würde ich auf alle Fälle empfehlen, wenn es deinem Hund schwer fällt zu entspannen, wenn ihr alle in einer Butze seid.
💜 Schaffe deinem Hund einen Ruheplatz.
Bist du eine entspannte Runde gegen ist danach Sendepause für deinen Hund. Und weil das geliebte Sofa sicherlich vom Besuch vereinnahmt wurde, verfrachte deine Fellschnute an seinen eigenen ganz persönlichen Ruheplatz. Ich hoffe er hat einen, denn besonders wenn es hektisch und wuselig im Haus ist, ist es wichtig, dass dein Hund vom Trubel und den ganzen Reizen abgeschirmt ist und einen Rückzugsort hat. Sonst stellt sich schnell mal eine Überforderung und Überreizung ein.
Wenn du zu deiner Familie gehst, nimm einen Rückzugsort für deinen Hund mit. Lein ihn vielleicht auch dort einmal an. Setz dich zu ihm. Schaffe einen ruhigen Platz, nicht weit weg vom Schuss, aber auch nicht in der Schussbahn.
Auf jeden Fall gilt: Lass ihn nicht die ganze Zeit frei entscheiden, wie er mit der Familie, dem Weihnachtsmann, allen Ereignissen und dem Trubel umgehen soll. Nimm ihm die Entscheidung ab, grenz ihn ein, schirm ihn ab und gib ihm so eine Sicherheitszone.
💜 Kauen macht glücklich und entspannt.
Ist dein Hund wuselig und/ oder schnell gestresst, dann gib deinem Hund doch gern etwas zum Schnappern, mit dem er länger beschäftigt ist. Kauen und Schlecken beruhigt ungemein, senkt den Stresspegel und macht zudem noch müde.
Wichtig: Wenn dein Hund schnappert, dann sorge auch hier dafür, dass er dies in Ruhe tun kann.
💜 Schütze deinen Hund
Wir kennen es doch alle. Du sagst deiner Familie: „Ignorier bitte mal meinen Hund.“ Aber sie bekommen es einfach nicht gebacken. Schauen und sprechen ihn immer wieder an. Streicheln ihn, bemitleiden ihn und zweifeln deine Erziehungsmethode an.
Fakt ist aber: Dein Hund kann nur runterfahren, wenn er nicht ständig Aufmerksamkeit bekommt und vom Besuch getätschelt wird. Mach allen klar, dass sie den Hund, vor allem wenn er auf seiner Decke liegt, in Ruhe lassen MÜSSEN. Schaffst du es nicht deine Familie zu überzeugen, dann schirm deinen Hund ab. Wo wir wieder beim Ruheplatz sind.
💜 Schaffe Pausen
Weihnachten ist für alle aufregend. Geh doch zwischendrin mal kurz zum Durchatmen raus. Nur du und deine Fellschnute. Du kannst runterfahren und dein Hund bekommt auch mal kurz frischen Wind in die Nase.
💜 Finde einen Ausgleich
Sich zusammenreißen, zurücknehmen und Reizen widerstehen ist total anstrengend für unsere Hunde. Stress sammelt sich im Körper deiner Fellschnute. Dein Hund muss den angesammelten Stress natürlich auch wieder raus lassen. Glaub mir, das ist soooo wichtig, dass er diese Möglichkeit bekommt. Aber wie? Entweder machst du zwischendrin wie schon gesagt einen kurzen Spaziergang. Oder ihr macht zusammen gern mal eine kleines Zieh- und Zerrspiel oder ihr flitzt einmal um die Wette. Dein Hund muss auf jeden Fall auch mal kurz Gas geben können. Vor allem, wenn er sich vorher viel und oft zusammenreißen musste.
💜 Und noch ein wichtiger Tipp: Überlege dir vorher, ob dein Hund wirklich alle 3 Tage überall und immer dabei sein muss. Im Normalfall sind Hunde auch mal glücklich, wenn sie einen Ruhetag genießen können. Voraussetzung ist natürlich, dass er mit dem Alleinsein keine großen Probleme hat.
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Wichtig: Beobachte deinen Hund genau. Achte auf seine Körpersprache. Achte auf Übersprungshandlungen. Zeigt er diese viel zu häufig, dann bist du dafür verantwortlich die Dinge für ihn zu regeln und ihn aus der Überforderung herauszunehmen.
💜 Ach ja: Achte auch auf die vielen giftigen Dinge, welche deinem Hund zu Weihnachten begegnen. Wenn du das Gefühl hast, dein Hund könnte etwas inhaliert haben, was nicht so günstig ist, dann geh lieber rechtzeitig zum Nottierarzt, anstatt selbst herumzuexperimentieren. Hier eine kleine Auflistung: Duftöle, Räucherkerzen und Duftzeugs, Geschenkverpackungen, Glasweihnachtskugeln, Hefeteig, Kerzen & Teelichter, Lametta, Lebkuchen, Muskatnuss, Weihnachtsstern, Misteln oder Christrosen, Plastik- & Metall-Deko, Plätzchen, Rosinen, Sprühschnee, Streusalz & Frostschutzmittel, Tannennadeln, Weihnachtsgans, Zimt, Schoki und anderer Süßkram.
So jetzt bist du soweit es geht gewappnet. Ich wünsche dir und deiner Fellschnute zauberhafte Weihnachten. Wenig Stress, genügend Auszeiten, Ruhe und Harmonie.
Wie verbringst du Weihnachten mit deinem Hund? Erzähls doch gern einmal in den Kommentaren!
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Hallo Annett, erstmal danke für die Tipps und ja, genauso würde es ablaufen. Deshalb wird bei uns, seit meine Fellschnute da ist, alles entschleunigt. Er kann sehr gut alleine sein und wer sich nicht an die Regeln hält kommt auch nicht ins Haus. Man kann ja auch essen gehen .
Wünsche dir und der Familie ein tolles entspanntes Weihnachtsfest.
Lg Martina
Liebe Annett,
lieben Dank für deine vielen Tipps für die kommenden Tage. Vielen Dank auch für die zahlreichen einfühlsamen Anregungen für das glückliche Zusammenleben mit unseren
Fellträgern. Wir haben sehr viel gelernt und in den letzten Monaten gute Fortschritte erzielt.
Die wichtigste Erkenntnis war und ist, dass allein „wir“der Schlüssel zum „Erfolg“( wie auch immer der aussieht) sind. Unsere Tiere spüren jede Gefühlsregung und beobachten uns sehr genau..
Die seltenen Hundebegegnungen, die mit einem Bellen begleitet werden, halten wir aus. Vielleicht finden wir noch irgendwann die Ursache, die wir dann beseitigen können.
Wir wünschen dir und deiner Familie auch ein frohes Weihnachtsfest.
Liebe Grüße Gabi und Luna