Warum gibt es soooo viele Probleme mit unseren geliebten Familienhunden? Und wie können wir diese lösen?

 

Eine interessante Frage, die ich mir lange und immer wieder gestellt habe. Heute möchte ich sie dir beantworten.

Ich sag mal so: Es gibt total viele Gründe, warum es im Alltag mit dem Hund manchmal stressig wird. Aber egal welches Problemchen wir genauer betrachten. Es endet meist in der bitteren Erkenntnis, dass Hund und Mensch total oft aneinander vorbeireden. Der Mensch versteht den Hund nicht. Der Hund versteht den Menschen nicht. Und schwupps gibt es Missverständnisse in der Kommunikation und Überforderung auf beiden Seiten.

Doch worin liegt eigentlich das Problem?

Naja im Prinzip haben wir Menschen und unsere Hunde einfach unterschiedliche Art und Weisen der Kommunikation.

💜 Mit unserem Gesabbel, unserer Hektik und unserer Körpersprache überrumpeln wir unsere Hunde.

💜 Gleichzeitig nehmen wir die kleinen feinen körpersprachlichen Nachrichten unserer Fellschnuten nicht wahr.

➡️ Und dann potenzieren sich die Missverständnisse und wir wundern uns über plötzliche, für uns übertriebene Reaktionen.

 

Als Beispiel: Du gehst in eine Hundebegegnung. Dein Hund fühlt sich unwohl damit direkt auf den anderen Hund zuzugehen. Er hat jetzt mehrere Möglichkeiten mit der Situation umzugehen.

Er könnte beispielsweise versuchen die Situation zu deeskalieren, indem er wie verrückt am Boden schnüffelt oder wuselig wird. Er schnappt sich vielleicht einen herumliegenden Stock, um Stress abzulassen oder dem anderen Hund mittels Spielaufforderung mitzuteilen, dass er in freundlicher Absicht kommt. Wir Menschen hingegen empfinden dieses Verhalten meist als störend und verbieten solchen „Unsinn“. Wir nehmen unserem Hund damit aber eine wichtige Deeskalationsstrategie.

Na gut unsere Hunde sind ja kreativ.

Dein Hund versucht es vielleicht jetzt mit einer anderen Strategie und bleibt einfach stehen, um nicht weiter in die unangenehme Situation hineinzugehen. Was machen wir Menschen oft? Wir zwingen unseren Hund mit einem „Komm weiter“ immer mehr in ungemütliche Umstände.

Was bleibt deinem Hund mit steigendem Stresslevel jetzt nur noch übrig? Richtig. Der Angriff. Er geht nach vorne und pöbelt an der Leine herum.

Ja kein Wunder. Er hat ja vorher schon versucht die Situation zu entschärfen, wir Menschen haben dies aber nicht erkannt und sehen am Ende nur den pöbelnden Hund, der in der Leine hängt und sich scheinbar grundlos aufregt.

Ganz klarer Fall von: Wir haben die Kommunikation unseres Hundes nicht verstanden und ihn dann auch noch mit unserem Verhalten überfordert.

Wie kommen wir aus der Misslage heraus?

Wir müssen zu aller erst unbedingt besser werden im Lesen unserer Hunde. Damit du deinen Hund endlich verstehst, warum er so handelt wie er handelt.

Und im zweiten Schritt müssen wir anfangen die Sprache unserer Hunde zu sprechen.

Ja die Sprache unserer Vierbeiner ist total komplex. Aber durch Übung und den Umgang mit vielen unterschiedlichen Hunden kannst du Stück für Stück lernen deinen Hund besser einzuschätzen und mit ihm verständlicher zu kommunizieren.

 

Doch wie können wir die Sprache unserer Hunde lernen?

Übung macht den Meister!

Unsere Hunde sind total unterschiedlich und haben natürlich auch unterschiedliche Kommunikationsweisen. Abhängig von den Erfahrungen, der Rasse, der Abstammung und den persönlichen Eigenarten.

Deswegen kann man nicht alle Hunde über einen Kamm scheren und nicht pauschal sagen: „Achte darauf und das bedeutet dies und das!“

Ein Beispiel: Meine Cleo knurrt sehr heftig, wenn sie sich so richtig freut. Und über Menschen freut sie sich besonders gern. Jetzt werden die meisten Menschen denken: „Oh der Hund knurrt, der kommt nicht in freundlicher Absicht!“ Wer sie nicht kennt, könnte ganzschön Angst bekommen, wenn sie knurrend angerannt kommt. Aber das Gegenteil ist bei ihr der Fall: Sie freut sich nur! Sie wird soooo oft mit diesem Verhalten missverstanden. Klar. Ist ja im Grunde kein „normales“ Verhalten.

Dennoch möchte ich dir eine kleine Faustformel der hündischen Körpersprache mitgeben. Achte einmal auf folgende Punkte, wenn du deinen oder einen anderen Hund einschätzen möchtest.

 

💜 Alles, d.h. Körperschwerpunkt, Ohren, Schwanz, Kopf, ist nach hinten und unten gerichtet.

Wenn die Ohren nach hinten gehen, der Hund sich wegduckt, den Kopf abwendet und nach unten hält, der Schwanz eingeklemmt ist, bedeutet dies oft, dass die Fellschnute sich tendenziell eher unsicher oder unwohl fühlt. Dein Hund möchte sich am liebsten zurückziehen und meidet. Er ist eher defensiv und versucht zu deeskalieren.

💜 Alles, d.h. Körperschwerpunkt, Ohren, Schwanz, Kopf,  ist aufrecht nach vorne gerichtet.

Wenn dein Hund sehr aufrecht da steht, der Kopf sehr weit nach oben gehalten wird, die Rute aufrecht nach oben steht und die Ohren sich nach vorn aufstellen, bedeutet dies, dass dein Hund sich entweder total sicher fühlt oder diese Sicherheit vorspielt. Hunde, die jemanden drohen und sehr offensiv sind, sind ebenfalls sehr aufrecht und nach vorne gerichtet. Sie machen sich groß.

Neben diesen Merkmalen sollte man immer schauen, wie die Körperspannung des Hundes ist. 

💜 Alles an deinem Hund ist total locker.

Du kennst bestimmt auch die typischen freudigen Labradore, bei denen sich der ganze Körper bewegt, oder? Wenn dein Hund sehr locker ist und sich der ganze Körper lottrig und wackelig bewegt, ist er unbeschwert, freundlich und ihm geht’s in der Situation meist sehr gut.

💜 Alles an deinem Hund ist total steif.

Wenn dein Hund allerdings sehr starr und steif und fest ist, fühlt er sich entweder gerade total unsicher oder er ist total selbstsicher. Umso steifer der Hund in der Körperspannung umso gefährlicher ist die Situation gerade, denn steif werden ist definitiv eine Art und Weise zu drohen. Deinem Hund geht’s mit steifer Körperspannung gerade nicht so prickelnd.

 

Fazit: Umso aufrechter und steifer der Hund, umso bedrohlicher ist die Situation. Umso mehr sich der Hund abwendet und nach hinten richtet, desto unwohler fühlt er sich gerade. Auf der anderen Seite bedeutet Lockerheit oft Freundlichkeit.

Aber ganz wichtig: Ganz pauschalisieren kannst du diese nie. Du musst dir immer die Situation und alle körperlichen Merkmale im Einklang ansehen.

Genauso wichtig, wie das Lesen unserer Hunde und die richtige Einschätzung ist deine Kommunikation!

 

Wir müssen anfangen eine Sprache zu sprechen, die unsere Hunde auch verstehen. Und das ist meiner Meinung nach DIE KÖRPERSPRACHE!

Setz deinen Körper ein, um mit deinem Hund zu reden! Wenn du dir eine richtig geile Kommunikation mit deinem Hund aufbauen möchtest, dann hör auf zu quatschen. Nutz deine Körpersprache!

💜 Umso öfters du körpersprachlich agierst, umso besser lernst du deine Wirkung auf den Hund, aber auch auf andere Menschen kennen.

💜 Du wirst selbstsicherer in dem was du tust. Dein Hund wird dich mehr wahrnehmen und besser auf dich reagieren, denn du bist einfach viel klarer und eindeutiger.

💜 Dein Hund hat keine Fragezeichen mehr im Kopf, wenn du ihn ansprichst, denn über Körpersprache zu agieren ist eine total natürliche Art mit dem Hund zu reden. Hunde agieren hauptsächlich mit Körpersprache. Sie quatschen nicht so viel, wie wir Menschen!

💜 Du kannst mit Hund und Mensch gleichzeitig reden, denn du agierst mit deinem Hund körpersprachlich und gleichzeitig kannst du mit anderen Menschen sprechen.

 

Ja aber wie sollst du deine Körpersprache jetzt einsetzen? Dafür habe ich auch eine Faustformel für dich.

💜 Wenn du deinen Hund begrenzen möchtest, ihm sagen möchtest: „bleib da“, ihn einbremsen und abblocken möchtest, dann geh frontal und aufrecht auf ihn zu.

💜 Wenn du deinen Hund hingegen zu dir einladen und anlocken möchtest, dann dreh deinen Körper seitlich zum Hund und verhalte dich eher abgewandt. Hock dich gern auch hin. Dann besteht nicht die Gefahr, dass du dich über deinen Hund beugst und ihn so wieder unbewusst drohst.

Probier’s gern einmal aus!

 

Nochmal zum Abschluss. Beachte bitte immer: Die Sprache unserer Hunde ist komplex. Pauschalisiere nicht a la „Der Schwanz wackelt, der Hund ist freundlich!“ (=Mythos). Beobachte genau, treff dich mit vielen anderen Hunden oder schau dir viele Videos an. Probier dich selbst einmal an deiner Körpersprache aus und schau, wie dein Hund reagiert. Übung macht den Meister!

 

Du hast es schon versucht, aber irgendwie klappts nicht? Ich zeig dir wie du durch kleine feine Übungen die Aufmerksamkeit und Orientierung deines Hundes verbesserst und vor allem harmonischer mit deiner Fellschnute kommunizierst. Hüpf einfach in den Online Kurs HELDENHAFTE KOMMUNIKATION und starte deine Reise zu einem harmonischen und stressfreien Leben mit deinem Hund.

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