Warum du dich aufs Positive im Hundetraining konzentrieren solltest (und das Ignorieren vom Negativen dennoch nicht zum Erfolg führt)

Eins meiner absoluten Herzensempfehlungen für ein entspanntes Miteinander von Mensch und Hund ist es: Konzentrier dich auf die positiven Verhaltensweisen und Momente deines Hundes, bestätige diese und dein Hund wird tendenziell verstärkt die gewünschten Dinge zeigen.

Das bedeutet aber nicht, dass du nur noch lobenend, lächelnd und Wattebausch werfend durch die Hundewelt rennen solltest. Du darfst und solltest natürlich auch mal meckern und korrigieren, wenn dir etwas nicht passt. Sowohl zum Hundetrainining, als auch generell in der Hundekommunikation gehört definitiv auch das Thema Grenzen setzen. Doch dazu später mehr.

Was mein ich damit?

Wir und vor allem wir Frauen sind ja Meister darin negative Sachen zu zerdenken und uns drüber aufzuregen. Dabei vergessen wir ganz schnell, was eigentlich super in unserem Leben ist.

Als Beispiel: Wir gehen mit unserem Hund spazieren. 4 von 5 Hundebegegnungen waren super. Bei der 5. Hundebegegnung meinte dein Hund allerdings so richtig eskalieren zu müssen.

Wie gehst du nach Hause?

Mit dem Gefühl: „Lief heute echt super. Naja die letzte Begegnung vergessen wir lieber.“ Oder gehen wir nach Hause mit dem Gedanken im Kopf: „Man warum musste das wieder schief gehen? Ich dachte wir machen Fortschritte. So ein mieser Spaziergang.“ ? Na? Ertappt? Wahrscheinlich kennst du es!

Wir legen so häufig und meiner Meinung nach viel zu häufig das Augenmerk darauf, was alles noch nicht so klappt. Was alles nicht so toll ist.

Und weißt du was? Damit bewegen wir uns nicht nur in einem Strudel aus Frust und negativen Gedanken. Hinzu kommt, dass wir diese negativen Dinge auch noch unbewusst bestätigen. Wir bestätigen diese negativen Dinge, weil wir ihnen zu viel Aufmerksamkeit schenken.

Noch ein Beispiel:
Dein Hund steht winselnt und wimmernd vor dir, weil er etwas von dir will. Futter. Raus gehen zum Gassi. Sein Lieblingsspielzeug. Egal. Dein Hund bettelt. Du sagst so ganz nebenbei und leicht genervt: „oh Fiffi. Lass mal.“
Was kommt bei deinem Hund an? „Oh die Aufmerksamkeit hab ich schonmal bekommen. Wenn ich jetzt noch lauter und energischer jammer, dann bewegt sie sich vielleicht.“
Also fietscht dein Hund lauter. Das eigentlich unerwünschte Verhalten hast du eben mit deiner Reaktion verstärkt. Wenn sich täglich solche Szenen abspielen und du eigentlich ungewollten Verhaltensweisen Aufmerksamkeit schenkst, lernt dein Hund, dass sich das eigentlich unerwünschte Verhalten lohnt. Oft entsteht dabei sogar ein Teufelskreislauf, wenn dein Hund herausfindet, dass er mit Quatsch machen deine Aufmerksamkeit bekommt.

 

Von diesen Momenten gibt es unzählige Beispiele. Beispiele wie dein Hund mit Quatsch Aufmerksamkeit bekommt:

💜 Dein Hund springt den Besuch an, der Besuch widmet sich mit seiner Aufmerksamkeit deinem Hund zu.

💜 Dein Hund fängt an auf dem Spaziergang etwas zu fressen, er bekommt deine Aufmerksamkeit.

💜 Dein Hund bellt, du schaust oder sprichst ihn an.

💜 Dein Hund kommt mit seinem Spielzeug an, du reagierst.

Jetzt bekomme ich ja oft das Argument der Hundehalter. Ja aber ich muss doch irgendwie reagieren, wenn mein Hund Quatsch macht. Du denkst: ich muss ja handeln, um den Hund zu sagen, dass es falsch ist. Ja da hast du im Grunde Recht, aber oft kommt bei deinem Hund nur an: „Oh mit diesem und jenem Quatsch bekomme ich die Aufmerksamkeit.“

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Es gibt 2 Möglichkeiten. Je nach Intensität des Verhaltens, dem Charakter des Hundes und der Situation kannst du entweder die 1. oder die 2. Variante wählen.

Variante 1:

Du ignorierst den Quatsch und konzentrierst dich auf die positiven Dinge. Diese Möglichkeit ist allerdings nur erfolgreich, wenn das Verhalten deines Hundes noch nicht so gefestigt und intensiv ist und du wirklich gut ignorieren kannst.

Als Beispiel: Dein Hund springt dich gern einmal an, wenn du nach Hause kommst. Vorausgesetzt er ist nicht total drüber, dann wäre eine Trainingsmöglichkeit, dass du deinen Hund ignorierst bzw. ihn ohne jegliche Aufmerksamkeit abblockst, wenn die Vorderpfoten hoch gehen. Du ignorierst das, was du nicht möchtest. Gleichzeitig bestätigst du das, was du möchtest. Sprich: Du schenkst deinem Hund Aufmerksamkeit und lobst ihn, wenn alle 4 Pfoten auf dem Boden bleiben.

Ein weiteres Beispiel: Dein Hund frisst gerne mal die Hinterlassenschaften von Artgenossen.

Vorausgesetzt es liegen keine gesundheitlichen Gründe dahinter, kann es helfen, wenn du vorausschauend mit deinem Hund spazieren gehst. Sobald dein Hund einen potentiell köstlichen Kothaufen sieht und beschnüffelt, lockst du ihn weiter. Du lobst und motivierst also das Liegenlassen und Weitergehen, anstatt immer nur zu meckern. Dein Hund lernt: Liegenlassen kann sich lohnen.

Variante 2:

Du hörst endlich auf deinem Hund beim Quatschmachen halbherzige Aufmerksamkeit zu schenken und fängst an vernünftig zu korrigieren. Du korrigierst so, dass bei deinem Hund auch ankommt: :Uhhh das war falsch.“ Und danach zeigst du deinem Hund bitte noch ganz freundlich eine Alternative auf!

Die Variante erfordert natürlich Feingefühl. Mit Strafe muss man immer überlegt umgehen. Sie sollte so intensiv sein, dass es ankommt, aber sich natürlich im Rahmen halten und keineswegs in Frust und Aggression ausarten.

Als Beispiel: Dein Hund springt dich gerne einmal an, wenn du nach Hause kommst und ist da echt grob und vehement. Dann wäre eine Trainingsmöglichkeit, dass du, sobald dein Hund auf dich zugesprungen kommt mit einem knackigen, energischem „Hey“! aufrecht auf ihn zugehst. Nimmt er sich kurz zurück, bist du wieder ganz freundlich und gibst ihm zum Beispiel als alternatives positives Verhalten das Signal „Sitz“.

Ein weiteres Beispiel: Dein Hund frisst gerne mal die Hinterlassenschaften von Artgenossen.

Eine Variante, die ich allerdings absolut nicht bevorzuge, ist es dem Hund in dem Moment in dem er die Kacke frisst, zu korrigieren. Mit der Stimme, mit Körpersprache, aber bitte nicht mit anderen Hilfsmitteln wie Leinenruck, Spühflasche oder anderen Schreckreizen. Danach rufst du deinen Hund freundlich zu dir und lobst das Abwenden vom Kackhaufen.

Ich hoffe die 2 Beispiele konnten die 2 Möglichkeiten deiner Reaktion und deren Wirkung ein wenig verdeutlichen. Welche Variante die Richtige ist kann ich dir pauschal nicht sagen. Das kommt auf viele Faktoren an.

Aber findest du nicht auch, dass es für eure Beziehung nicht viel schöner ist, wenn du verstärkt auf die Momente achtest, in denen sich dein Hund gut verhält und du das Verhalten lobst? Wenn dein Hund lernt, dass es sich lohnt, sich richtig und positiv zu verhalten? Das hat ganz nebenbei den Vorteil, dass du irgendwann dann kein Signal mehr für das Nichtanspringen oder das Liegenlassen der Kacke verwenden musst, weil dein Hund ganz von allein mit seinen 4 Pfoten unten bleibt und die Kacke liegen lässt.

 

Wenn du wissen möchtest, wie du mit Lob das Beste aus eurer Mensch – Hund Beziehung herausholst, dann komm doch auch gern ins Webinar Good Vibes am 19.12. Im Webinar zeige ich dir, wie du das positive Verhalten deines Hundes gezielt fördern kannst.

Wir beleuchten noch einmal näher, warum es oft besser ist, die Aufmerksamkeit auf die guten Dinge zu lenken, anstatt im Strudel von Frust und negativen Gedanken zu versinken.

Damit sich dein Hund, auch ohne Signale wie Sitz, Platz, Fuß wie ein Musterschüler verhält.

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