Wenn ich meinen Hund frei laufen lasse, dann rufe ich ganz ganz selten. Hä? wirst du jetzt sagen? Was machst du dann? Darf dein Hund machen was er möchte?

Natürlich darf mein Hund nicht tun, was er möchte.

Also erst einmal fürs Verständnis: meine Cleo ist 6 Jahre alt und ich habe seitdem sie als Welpe bei mir eingezogen ist nicht sooo viel mit ihr trainiert. ABER ich achtete und lobte ganz viele Kleinigkeiten und gute Verhaltensweisen. Diese gebe ich dir in dem heutigen Blogartikel einmal mit auf den Weg.

Wie ich mit ihr spazieren gehe ohne sie oft zurückzurufen erkläre ich dir jetzt:

Das Problem daran, wenn du deinen Hund ständig zurückrufst ist, dass du ihn immer wieder in eine kleine oder größere Konfliktsituation setzt. Immer wenn du deinen Hund ansprichst oder rufst, muss er abwägen, ob es sich lohnt auf dich zu reagieren.

(Schau auch gern mal in meinen Blogartikel “Noch bessere Leckerlis”. Da habe ich auch beschrieben, warum Hunde oft nicht motiviert sind auf uns zu reagieren)

Du setzt mit jedem Rückrufsignal deinen Hund vor die Wahl: Auf Mutti oder Vati reagieren, oder doch lieber weiterschnüffeln, weiterlaufen und den eigenen Dingen nachgehen. Und ja. Oftmals entscheiden sich unsere Hunde nicht für uns, sondern für ihre interessanteren Dinge. Und schwupps nutzt sich dein Rückrufsignal mega schnell ab. Weil es oft dazu kommt, dass dein Hund entscheidet lieber sein Ding zu machen.

Genauso wichtig oder auch viel wichtiger, als ein Rückruf ist ein orientierter und aufmerksamer Hund. Und genau daran arbeitete ich persönlich immer und immer wieder während des Spazierganges. Wenn dein Hund auf dich achtet, dann brauchst du den Rückruf nämlich gar nicht mehr so oft.

Aber wie bringe ich meinem Hund bei, dass es sich lohnt auf mich zu achten?

Ganz einfach. Ich lobe jede freiwillige Kontaktaufnahme. Und wenn man es genau nimmt, lobe ich nicht nur, sondern ich marker gutes Verhalten. Was markern ist und wie man es einsetzt erkläre ich später nochmal genauer. Freiwillige und selbstständige Kontaktaufnahme, Orientierung, Blickkontakt. All das lobe/ marker ich. Ich verlange nix. Ich warte nur auf die richtigen Momente, damit ich diese markern/ loben kann. Ich lasse all die Dinge, die sie gut macht, nicht unkommentiert, sondern vermittelt ihr, dass genau das das gewünschte und gute und vorteilhafte Verhalten ist.

💜 Immer wenn sie sich nach hinten fallen lässt und mir dann wieder hinterher kommt, lobe/ marker ich.

💜 Immer wenn sie nach mir schaut, lobe/ marker ich.

💜 Immer wenn sie in meine Richtung kommt, zu mir kommt, lobe/ marker ich.

💜 Immer wenn sie mit stehen bleibt, wenn ich stehen geblieben bin, lobe/ marker ich.

Der Vorteil an der ganzen Sache ist, dass du einfach nur gutes Verhalten bestätigst und dein Hund nach einiger Zeit öfters von allein auf die Idee kommt genau diese Dinge verstärkt zu zeigen. Und: du setzt deinen Hund damit nicht ständig in einen inneren Konflikt.

Jetzt wirst du aber sagen: Aber was ist, wenn sie sich einmal zu weit von dir entfernt?

Wenn sie sich zu weit entfernt, wenn sie meinen Wohlfühlbereich verlässt, bleibe ich immer erst einmal stehen, sage nix und warte. (Natürlich nicht, wenn Gefahr in Verzug ist) Meist fällt ihr durch die viele Vorarbeit das Stehenbleiben dann relativ schnell auf. Sie schaut und dann marker/ belohne ich einfach nur ihre Aufmerksamkeit. Und verwende dann, wenn sie eh gerade aufmerksam ist, das Rückrufsignal. Das habe ich schon immer so gemacht und deswegen hat mein Hund gelernt, dass es sich lohnt auf mich zu achten.

Und ja natürlich wird das bei dir jetzt nicht von heute auf morgen super funktionieren. Dein Hund muss ja erstmal die Erfahrung machen, was das gewünschte bzw. lohnenswerte Verhalten ist.

💜 Klar findet dein Hund Ablenkungen auch weiterhin interessant, aber grundsätzlich ist er immer erstmal mit einem halben Ohr bei dir.

💜 Klar ersetzt diese Sache nicht ein gut aufgebautes, strukturiertes Rückruftraining, aber es vereinfacht die Sache mit dem Rückruf ungemein.

💜 Klar wird dein Hund trotzdem unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, aber der Fokus liegt auf dem Positivem. Das ist, finde ich, mega wichtig. energy flows where focus goes.

So jetzt aber noch zu der Sache was markern bzw. Markertraining eigentlich ist. Vielleicht hast du es schon herausgelesen. Markern ist eigentlich nur eine Methode, um dem Hund mit einem Signal punktgenau zu sagen: “Hey das Verhalten ist gut. Das lohnt sich. Dafür bekommst du jetzt gleich eine Belohnung.” Es ist quasi die Ankündigung einer Belohnung. Dein Hund soll mit Hilfe des Markersignals sofort ein gutes Gefühl vermittelt bekommen. Bei ihm soll sofort ankommen, gut gemacht. Du fängst einfach nur gewünschte Verhaltensweisen ein und kannst deinem Hund mit Hilfe des Markersignals sagen, dass genau dieses Verhalten richtig war und er dafür gleich eine Belohnung bekommt. Du verlangst nix, du lobst einfach nur das Gute.

Welches Signal ich verwendet habe?

Ich habe ein eher unpassendes aber für mich sehr intuitives Markerwort verwendet. Immer wenn ich Cleo bestätigen wollte, kam von mir ein “super” und gleich danach eine Belohnung. Man sagt allerdings (wer auch immer dieser “man” ist), dass man lieber einsilbige Markerwörter verwenden sollte, wie “jep”, “top”, “click” oder Ähnliches. Da scheiden sich aber die Geister. Ich finde so ein Markerwort sollte von dir intuitiv kommen, du solltest nicht groß drüber nachdenken müssen, was du jetzt in dem genau richtigen Moment sagen sollst.

 

Ein Markerwort solltest du bevor du anfängst erst einmal aufladen

Was meine ich jetzt mit aufladen? Alle Signale sind für unsere Hunde ja erst einmal neutral. Sie wissen nicht von Anfang an, was “super”, “jep”, “click” und Co. bedeutet. Sie sollen aber lernen, dass dieses Markersignal bedeutet: “gut gemacht”. Das Signal soll ihnen sofort ein gutes Gefühl vermitteln.

Deswegen setzt dich erst einmal mit deinem Hund zu Hause hin und nimm dir eine Hand voll Leckerlis. Sag einfach dein Markerwort und schieb deinem Hund das Leckerli in die Gusch. Das Ganze ganz oft nacheinander. Klingt blöd, aber damit lernt dein Hund Markerwort = lecker, cool = gutes Gefühl.

Und dann geh los und warte auf gutes Verhaltensweisen, verwende genau im passenden Augenblick dein Markerwort und belohne deinen Hund anschließend. Aber Achtung: verwende es nicht gleich in zu schwierigen Situationen.

Mit der Zeit bekommst du ein gutes Gefühl für die punktgenaue Bestätigung und dein Hund lernt Stück für Stück die gewünschten Verhaltensweisen öfters zu zeigen. Es lohnt sich ja.

 

Wo kannst du Markerwörter überall verwenden?

Eigentlich in allen Situationen in denen du deinen Hund bestätigen möchtest. Ich persönlich verwende es hauptsächlich im Freilauf, aber auch bei Hundebegegnungen.

Probier es doch gern einmal aus und berichte mir!

PS: Markerwörter sind toll, aber nicht der einzige Weg zum gut erzogenen, sofort auf deinen Rückruf hörenden Hund.

 

Wenn du Lust hast auf gut aufgebautes, strukturiertes Rückruftraining, dann sei ab dem 3. Juli beim 14tägigen Online Kurs “Heldenhafter Rückruf” dabei.

Darin verrate ich dir nicht nur solche Tricks wie diese, sondern wir besprechen ganz detailliert, wie man den Rückruf aufbaut und was du tun musst, wenn es hakt. Damit du deinen Hund entspannter in den Freilauf lassen kannst.

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