Giftköder Panik – Welche Strategie kann helfen, dass dein Hund nix verschlingt.

Wenn es um das Thema Giftköder fressen geht, dann wird uns Hundehaltern himmelangst und bange, denn die meisten Hundehalter sagen: „Wenn mein Hund etwas zu fressen findet, habe ich keine Chance.“ Gleichzeitig wissen wir, wie gefährlich es sein kann, wenn dein Hund draußen denkt, er müsste den Staubsauger spielen.

Wie sieht es bei dir aus? Wie reagierst du, wenn dein Hund draußen etwas Leckeres findet? Meckerst du? Bist du voller Panik? Oder bist du gelassen und entspannt und kannst deinem Hund sagen, dass er es bitte liegen lassen soll?

Ich möchte dir kurz eine ganz persönliche Geschichte von meiner Marly erzählen.

Sie war auch so ein kleiner Staubsauger und hat alles, was nur annähernd essbar war, hintergeschlungen. Aber vor allem hat sie die Hinterlassenschaften von Artgenossen geliebt. Keine schöne Angelegenheit kann ich dir sagen. Sie hat jeden Kackhaufen, den sie gefunden hat verspeist.

Natürlich habe ich immer wieder gemeckert. Ich habe geschimpft, wenn sie an Kackhäufen gerochen hat. Ich habe geschimpft, wenn sie gerade am Futtern war. Ich habe Druck in die Sache gebracht, wenn sie nur daran gedacht hat einem Kackhaufen zu nahe zu kommen. Ein ganz großer Fehler, aber dazu später mehr.

Irgendwie wurde es mit der Zeit immer schlimmer. Sie hat gezielter nach Kackhäufen gesucht. Sie ist sogar, wenn sie ihre Chance gesehen hat hunderte Meter zurückgerannt. Sie hat die Kackhäufen noch schneller gefressen, man könnte sagen, inhaliert. Sie hat genau austarriert wann ich unaufmerksam bin und wann ich keine Chance habe um sie davon abzuhalten. Um dann so schnell wie möglich an ihr Ziel zu kommen. Sie hat sogar totales Meideverhalten mir gegenüber gezeigt, hat sich die Kackhaufen geschnappt und ist damit vor mir weggelaufen. Kein Wunder, sie wollte ja nicht, dass ich sie daran hindere.

Aber irgendwie wurde es mit der Zeit immer schlimmer, sodass ich natürlich auch geschaut habe ob es an einer Mangelernährung oder gesundheitlichen Dingen liegen kann. Das war nicht der Fall. Ich konnte körperliche Gründe für ihr Verhalten ausschließen.

Dass es hauptsächlich an meinem Verhalten und meiner Herangehensweise lag. Dass ich es noch schlimmer machte, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Viele sagten zu mir: „Du musst ihr mal richtig Feuer machen, damit sie das nicht mehr macht.“ Was ich auch so probierte. Was aber wieder nix brachte.

Deshalb resignierte ich irgendwann. Mir war es irgendwann egal. Also egal war es nicht, aber ich wusste nicht wie ich handeln sollte, deshalb handelte ich gar nicht mehr. Ich schenkte der ganzen Geschichte wirklich keine Aufmerksamkeit mehr. Und plötzlich wurde es irgendwie besser.  

Es musste also an meinem Verhalten gelegen haben, dass die Sache mit dem Kackefressen so schlimm war. Und irgendwie auch an meiner Aufmerksamkeit ihr gegenüber.

Wie ging es weiter? Ich fing dann an mein Verhalten zu ändern. Vom Meckern ging ich über in eine freundliche positive Stimmung. Immer, wenn sie einen Kackehaufen fand und daran roch, motivierte ich sie freundlich mit mir weiterzugehen. Sie bekam dafür natürlich auch ein Leckerli von mir. Und siehe da. Sie ließ die meisten Kackhaufen liegen und ging mit mir weiter. Es lohnte sich ja jetzt auch.

Ok, gegen die richtig übel stinkenden Frolic Kackhaufen kam ich mit meinen trockenen guten Leckerlis noch nicht an. Aber es war schonmal ein Anfang.

Ich konnte ihr mit der Zeit begreiflich machen, dass es sich mehr lohnt mit mir daran vorbeizugehen. Irgendwann waren wir in der Sache so eingespielt, dass Marly mir die Kackhäufchen sogar anzeigte. Wenn sie einen gefunden hat, daran gerochen hat, schaute sie dann erwartungsvoll zu mir, bis ich sagte: „weiter“. Es wurde entspannter. Ja mir wurde dadurch auch bewusst wie viele Häufchen in der Nachbarschaft rumliegen, weil ich immer sagen musste: „Super Marly, weiter“. Aber das war es mir ja auch wert.

Irgendwann wendete ich diese Art und Weise auch bei anderen Leckereien auf der Straße an. Und auch das funktionierte super.

Was habe ich persönlich daraus gelernt:

Wenn ich geschimpft und Druck gemacht habe, hat sie die Dinge noch schneller gefressen, ist weggerannt, hat auf ihre Chance gewartet und hat mir gegenüber totales Meideverhalten gezeigt indem sie vor mir weggerannt ist. Die Kackhäufchen blieben interessant.

Als ich die Aufmerksamkeit darauf gelegt habe, was sie stattdessen tun soll. Als ich ihr freundlich eine Alternative aufgezeigt habe, lies sie die Dinge liegen. Sie kommunizierte sogar viel mehr und besser mit mir. Der Spaziergang war entspannter, weil die Kackhäufchen auch gar nicht mehr so interessant waren. Mit mir weiterzugehen war viel vorteilhafter für Marly. Und vor allem musste ich nicht ständig, am besten noch vor ihr schauen wo etwas liegt. Sie zeigte es mir, indem sie stehen blieb und mich ansah. Und dann konnte ich ihr ganz bequem sagen, was sie tun soll.  

Vielleicht hast du es jetzt schon rausgehört. Es gibt 2 Arten von Antigiftködertraining:

Die eine Variante, die sehr mit Strafe und Druck arbeitet. Bei dem der Hund sobald er an etwas zu fressen ran geht mit Korrekturen und Druck konfrontiert wird und er dann aus Angst vor Strafe die Dinge liegen lässt. Das kann funktionieren. Gerade bei sehr unterwürfigen Hunden. Ob es bei sehr charakterstarken Hunden wie meiner Marly funktioniert, bezweifle ich allerdings.

Die Leckereien werden immer interessant bleiben. Und wenn du die Situation gar nicht mitbekommst, dein Hund vielleicht die Chance wittert, dann wird es das Gefundene auch verspeisen. Du müsstest Giftköder also immer zuerst sehen.

 

Und dann gibt es noch die Trainingsvariante, die das Ziel hat deinem Hund begreiflich zu machen, dass es echt einen Vorteil hat nicht alles zu fressen. Die dem Hund eine Alternative aufzeigt, die sich lohnt. Die meiner Meinung nach auch funktioniert, wenn dein Hund Giftköder findet und du es gar nicht mitbekommst. ABER: Du musst es gezielt mit deinem Hund trainieren, es immer wieder widerholen, damit er natürlich auch einen Vorteil darin sieht Leckerein liegen zu lassen.

 

Egal wie du handelst. Ob du mit Druck und Strafe arbeitest oder ob du dein Training gezielt auf die freundliche Alternative ausrichtest. 100% Sicherheit kann dir beim Thema Giftköder keiner geben.

Aber meine Meinung: Wenn du mit Strafe herangehst ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund schnell etwas verschlingt sehr viel höher.

Ach ja noch eine Sache: Deine Angst vor Giftködern, dass dein Hund welche verspeisen könnte, spielt natürlich immer mit in die Situation hinein. Wie du sie besiegst? Mit vielen positiven Erfahrungen die ihr im Training sammelt. Dadurch wirst du sicherer und weißt, dass es funktionieren kann.

 

Hast du Fragen zu dem Thema? Dann hinterlass mir doch gern einen Kommentar.

Oder du hüpfst noch fix in die Quick Tipps mit hinein, bei denen wir uns genau anschauen auf was du beim freundlichen Giftködertraining achten solltest, wie du es trainieren kannst. Damit ihr sicherer und entspannter durch die Welt tingeln könnt.

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