Deckentraining – Das Zaubermittel um deinem Hund direkt herunterzufahren
Du hast bestimmt schon mit deinem Hund trainiert, dass er auf ein bestimmtes Signal auf seine Decke gehen soll, oder? Und wie erfolgreich warst du dabei? Kann dein Hund sofort, wenn du ihn auf eine Decke schickst dort hingehen, bleiben und vor allem auch herunterfahren? Oder ist es eher ein Kampf, weil er dort ganz angespannt auf seiner Decke sitzt oder immer wieder aufsteht? Schreib doch gern einmal in die Kommentare wie es bisher bei euch mit dem Deckentraining aussieht.
Wenn du eher zu der Kategorie gehörst, dass Deckentraining bei euch eher schwierig ist, weil dein Hund immer wieder aufsteht, weil er dort nicht wirklich entspannen kann, weil es in einer Diskussion endet, wenn du deinen Hund auf einer Decke abparken möchtest.
Dann lass dir sagen: Deckentraining ist nicht nur: Ich schicke meinen Hund auf die Decke, lobe das er da bleibt und korrigiere, wenn er von der Decke herunter geht.
Zum Deckentraining gehört so viel mehr. Nur richtig antrainiert kann es dir im Alltag wirklich helfen. Nur in Verbindung mit Ruhetraining kann „geh auf deine Decke“ für deinen Hund zu einem Signal werden, welches ihm Entspannung und Erleichterung vermittelt.
Doch zunächst einmal: Warum ist ein gut antrainiertes Deckentraining eigentlich so sinnvoll?
Schaffung einer Ruhezone: Ein definierter Platz wie eine Decke kann für deinem Hund ein klares Signal werden, dass es Zeit ist, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.
Stressabbau: Das Deckentraining kann deinem Hund helfen mit Stress und Angst besser umzugehen, da er einen sicheren und vertrauten Ort hat, an dem er sich zurückziehen kann.
Förderung gesunden Schlafverhaltens: Durch regelmäßiges Deckentraining lernt dein Hund, dass die Decke mit Ruhe und Schlaf in Verbindung steht, was zu einem längeren und tieferen Schlaf und einem gesunderen Schlafverhalten führen kann.
Reduzierung von Überstimulation: In einer hektischen Umgebung kann die Decke deinem Hund einen Rückzugsort bieten, der ihm hilft die Umwelteinflüsse auszublenden. Dies verhindert Überreizung.
Verbesserung der Konzentration: Ein ruhiger Platz kann dem Hund helfen, sich besser zu regenerieren und in Folge dessen besser zu konzentrieren. Insbesondere während des Trainings oder bei anderen Aktivitäten, die Aufmerksamkeit erfordern.
Regulation der Emotionen: Das Deckentraining lehrt deinen Hund ein selbstregulierendes Verhalten zu entwickeln. Er lernt seine Emotionen selbstständig besser zu kontrollieren und zu bewältigen.
Verminderung von Unruheverhalten: Hunde, die dazu neigen, unruhig zu sein oder herumzuirren, können durch das Deckentraining lernen, sich ruhiger zu verhalten und sich an einem festen Ort zu entspannen.
Eindämmung von übermäßiger Freude: Ein gut aufgebautes Deckentraining kann eine Alternative sein, wenn du deinen Hund bei übermäßiger Freude und Hochdrehen korrigieren und drauf aufbauend eine alternative Aufgabe geben möchtest.
Stärkung der Bindung zwischen Hund und Halter: Sowohl das gemeinsame Training, als auch der Aspekt, dass dein Hund lernt ohne deine direkte Nähe herunterzufahren kann die Bindung zwischen dir und deinem Hund stärken und das Vertrauen fördern.
Vorbereitung auf Besuche und Gäste: Durch das Deckentraining kann der Hund lernen, sich ruhig zu verhalten und sich an seinen Rückzugsort zu begeben, wenn der Besuch kommt, anstatt aufgeregt oder ängstlich zu reagieren.
Begrenzung von territorialem Verhalten: Ein klar definierter Platz kann dazu beitragen, territoriales Verhalten einzudämmen und dem Hund zu vermitteln, dass es unerwünscht ist, dass sich der Hund um „Eindringlinge“ kümmert. Hervorbrechen wird verhindert.
Reduzierung von Trennungsängsten: Durch das Deckentraining kann dein Hund lernen, besser mit Trennungen umzugehen, da er gelernt hat, sich an einem festen Ort sicher zu fühlen, auch wenn Frauchen und Herrchen nicht da ist.
Unterstützung bei der Behandlung von Verhaltensproblemen: Ein ruhiger Platz kann bei der Behandlung von Verhaltensproblemen wie übermäßigem Bellen, Zerstörungswut oder Unsauberkeit helfen, indem aktiv am Thema Überreizung, Überforderung und Stressregulierung gearbeitet und deinem Hund eine alternative Verhaltensweise angeboten wird.
Vermeidung von Überforderung: Ein ruhiger Rückzugsort kann deinem Hund helfen, sich vor überfordernden Reizen oder Situationen zu schützen, indem er die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen und sich zu erholen.
Bessere Bewältigung von Veränderungen: Hunde, die das Deckentraining beherrschen, können sich besser an Veränderungen in ihrer Umgebung anpassen, da sie gelernt haben, sich an einem festen Ort sicher zu fühlen.
Verbesserung der Lebensqualität für Hund und Halter: Ein Hund, der gelernt hat, sich ruhig zu verhalten und sich zu entspannen, trägt zu einer insgesamt harmonischeren und stressfreieren Atmosphäre im Haushalt bei.
Vorbereitung auf Reisen und Unternehmungen: Hunde, die das Deckentraining beherrschen, können leichter mitgenommen werden und sich auch in neuen Umgebungen entspannen, da sie einen vertrauten Platz haben, an dem sie sich sicher fühlen.
Steigerung des Wohlbefindens: Letztendlich trägt das Deckentraining dazu bei, das Wohlbefinden des Hundes zu steigern, indem ihm die Möglichkeit geboten wird, sich regelmäßig zu entspannen und auszuruhen, was zu einem insgesamt glücklicheren und gesünderen Hund führt.
Puuuhhhh. Das ist eine ganze Menge oder? Vielleicht ist es dir bei all den Punkten aufgefallen: Egal welchen Charakter dein Hund hat.
💜 Deckentraining kann unsicheren Hund helfen mehr Sicherheit und Schutz zu bekommen.
💜 Deckentraining kann aufbrausenden Hunden helfen sich zurückzunehmen.
💜 Deckentraining kann territorialen Hunden helfen, indem sie eingeschränkt und eingebremst werden.
💜 Deckentraining kann reizempfindlichen Hunden helfen Reize auszublenden und mit Überreizung besser umzugehen.
💜 Deckentraining kann überforderten Hunden helfen eine angenehme Lösung für mehr Ruhe und Entspannung zu finden.
💜 Deckentraining kann jedem Hund mehr helfen den dringend benötigten Schlaf und ausreichend Ruhezeit zu bekommen.
Aber eins ist dabei wichtig zu sagen: Nur wenn du das Deckentraining mit deinem Hund strukturiert und in Verbindung mit Ruhe aufbaust, kann es zu einem Zaubermittel in eurem Alltag werden.
Wie du das Deckentraining jetzt Stück für Stück aufbaust?
Zunächst gibt es für alles, wie auch beim Deckentraining wieder die verschiedensten Trainingsmethoden. Du solltest auf alle Fälle schauen wie es sich für dich und deinen Hund gut anfühlt. In meiner Welt solltest du beim Antrainieren der Decke wie folgt vorgehen.
Schritt 1: Du bringst deinem Hund, ohne schon irgendein Signal zu verwenden, gern mit ein paar Leckerlis bei: „Geh auf deine Decke und komm wieder herunter“. Dabei achtest du bereits auf ein Auflösesignal.
Schritt 2: Du führst in dem Moment in dem dein Hund auf die Decke geht dein Start-Signal ein.
Schritt 3: Du verlängerst den Zeitraum ganz langsam und bringst deinem Hund bei auch wirklich erst auf dein Auflösesignal die Decke zu verlassen. Dabei baust du überschwängliche Belohnung und Leckerlis unbedingt wieder ab.
Schritt 4: Du bringst Abwechslungen ins Training hinein.
Schritt 5: Du integrierst das Thema Ruhetraining mit ins Deckentraining, indem du die Häufigkeit, den Zeitraum, den Schwierigkeitsgrad steigerst und die Erwartungshaltungen deines Hundes überdenkst.
Diesen beschriebenen Prozess wirst du nicht innerhalb von 1 bis 2 Wochen durchlaufen. Deckentraining braucht Zeit und viele Wiederholungen, damit dein Hund auch wirklich lernt: Geh auf deine Decke bedeutet: „Geh auf deine Decke, bleib da und fahr dich herunter!“
Genauso wirst du hier und da an Fragen und Problemchen stoßen, aber wenn dein Hund das gelernt hat, dann ist das Deckentraining ein wirkliches Zaubermittel. Weil du dann ein Signal hast, dass deinem Hund vermittelt: Jetzt ist Sendepause. Du kannst fast auf Knopfdruck deinen Hund abparken und die dringend benötigte Ruhe geben, die unsere Vierbeiner in unserem all zu hektischen Alltag benötigen.
Hast du Fragen zum Deckentraining? Dann schreib sie gern in die Kommentare.
Ach und im Übrigen: Im März ist das Thema Deckentraining auch noch in den Quick Tipps verfügbar.
Darin erkläre ich unter anderem, warum du beim Deckentraining total sparsam mit Leckerlis sein solltest. Ich verrate dir, auf welche Feinheiten du unbedingt achten solltest und du erfährst wie du Deckentraining auch zur geistigen Auslastung nutzen kannst. Hüpf heute noch mit rein. Ab April ist das Thema Deckentraining nicht mehr verfügbar.
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