Geruchskünstler auf vier Pfoten: geistige Auslastung durch Schnüffeln und Suchen. Diese Möglichkeiten hast du!

Hunde sind wahre Meister im Riechen. Das wirst du sicherlich wissen. Aber wusstest du, dass wir Menschen lediglich etwa fünf Millionen Riechzellen besitzen? Unsere Hunde aber je nach Rasse zwischen 125 und 220 Millionen davon haben?

Der Teil des Hundegehirns, der für die Verarbeitung von Gerüchen zuständig ist, ist zudem wesentlich größer als bei uns Menschen. Hunde können sogar unterscheiden, in welchem Nasenloch ein Geruch intensiver wahrgenommen wird, was ihnen hilft, die Richtung der Geruchsquelle zu bestimmen. So erstellen sie im Geiste eine Art „Geruchskarte“ ihrer Umgebung und können sich auf bestimmte Gerüche konzentrieren. Ihre Fähigkeit, Gerüche zu unterscheiden, ist etwa 1.000 Mal höher als beim Menschen.

Beim intensiven Schnüffeln atmen Hunde bis zu 300 Mal pro Minute ein und aus. Dies beansprucht ihre Nasenschleimhäute stark und führt dazu, dass sie schnell trocken werden. Daher ist es wichtig, dass dein Hund immer Zugang zu frischem Wasser hat, besonders während der Nasenarbeit. Nach etwa zehn Minuten intensiven Trainings sind ungeübte Hunde oft völlig erschöpft, da sie sowohl körperlich als auch geistig Höchstleistungen erbringen.

So jetzt aber genug mit all den Fakten.

Aber eins unterstreichen sie. Sie zeigen wie wichtig und artgerecht es ist, unsere Hunde mit Nasenarbeit zu beschäftigen. Nasenarbeit fordert sie geistig und körperlich und ist für alle Hunderassen und Altersgruppen geeignet, egal ob Welpe oder Senior. Fast jeder Hund kann nach ein paar Stunden Training einen versteckten Gegenstand finden oder einer Geruchsspur über eine längere Strecke folgen. Es ist ihnen quasi angeboren.

Nasenarbeit – Das ist mehr als nur Schnüffeln

Nasenarbeit ist -wie wir gerade schon gesehen haben- eine hervorragende Möglichkeit, Hunde geistig und körperlich auszulasten. Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen und Formen, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten und Trainingsmethoden erfordern.

In der Nasenarbeit unterscheidet man generell zwischen 2 verschiedenen Vorgehensweisen.

 

  1. Geruchsentdeckung

Bei der Geruchsentdeckung lernt der Hund, einen bestimmten Geruch zu identifizieren und anzuzeigen. Dies kann beispielsweise bei der Suche nach Drogen, Sprengstoffen oder bestimmten Lebensmitteln der Fall sein. Der Hund wird darauf trainiert, den spezifischen Geruch zu erkennen und durch ein zuvor festgelegtes Anzeigeverhalten – wie Bellen, Sitzen oder Hinlegen – anzuzeigen, dass er den Geruch gefunden hat.

 

  1. Match to Sample

Match to Sample ist die anspruchsvollere Form der Nasenarbeit. Der Hund lernt, einen Geruch mit einem anderen zu vergleichen und Übereinstimmungen zu erkennen. Hierbei wird dem Hund zunächst ein Referenzgeruch gezeigt. Anschließend muss er genau nach diesen gezeigtem Referenzgeruch suchen.

Beispielweise muss der Hund aus mehreren Proben diejenige auswählen, die mit dem Referenzgeruch übereinstimmt.

Diese Suchmethode erfordert eine hohe Konzentrationsfähigkeit sowie eine präzise Unterscheidungsgabe des Hundes, denn der Referenzgeruch ist immer ein anderer. Mal ist es ein Geruch einer bestimmten Person, mal ist es ein Geruch eines bestimmten Materials und ähnliches.

    Wichtige Überlegungen vor dem Start

    Bevor du mit der Nasenarbeit beginnst, solltest du dir überlegen, wie dein Hund das Gefundene anzeigen soll. Egal was du versteckst bzw. egal was dein Hund sucht. Überleg dir vorher, was er tun soll, wenn der es gefunden hat.

    Mögliche Anzeigeformen sind das Bellen, das Heranholen, das Einfrieren im Stehen, Absitzen oder Ablegen.

    Überlege gut, welche Methode am besten zu euch passt. Das Heranholen des Besitzers oder ein Bellen auf Kommando kann mehr Trainingsaufwand bedeuten. Ein „Platz“ im Regen oder auf eisigem Boden könnte unangenehm für den Hund sein. Zwinge deinen Hund nicht zu einer bestimmten Anzeigeform, denn Nasenarbeit sollte Spaß machen und zu euch passen.

    Vielleicht sagst du auch: Wenn mein Hund Leckerlis suchen darf, darf er sie auch gleich verspeisen ohne sie erst anzeigen zu müssen. Dann ist das auch vollkommen fein. So lange es für euch passt.

    Verschiedene Nasenarbeitssportarten und -aktivitäten

    So nun verrate ich dir aber die verschiedenen Möglichkeiten, wie du deinen Hund mit Schnüffeln und Suchen geistig fordern und fördern kannst.

     

    Mantrailing

    Mantrailing ist die Suche nach Personen. Der Hund lernt, der individuellen Geruchsspur eines Menschen zu folgen, die sich aus Schweiß, Hautschuppen und anderen Partikeln zusammensetzt.

    Dabei wird der Hund auf das Erkennen und Verfolgen eines bestimmten Geruchs nach dem Match to Sample Prinzip trainiert. Diese Aktivität kann professionell für Ernstfälle wie das Auffinden vermisster Personen in einer Staffel trainiert werden oder als Freizeitsport in einer Mantrailing-Gruppe aus Spaß an der Freude, ganz ohne Erfolgsdruck.

    Mantrailing findet an der Leine statt. Zum Einen aus Sicherheitsgründen, gerade wenn der Hund in der Stadt und stark befahrenen und besiedelten Gebieten sucht. Zum Anderen damit der Hundeführer den Hund sehen und lesen kann.

     

    Fährtensuche

    Bei der Fährtensuche folgt der Hund einer Bodenspur, die durch aufgewirbelte Erde und zerdrückte Pflanzen entsteht. Anders als beim Mantrailing konzentriert sich der Hund hier auf die Bodenpartikel, die eine Person oder ein Gegenstand hinterlässt. Auch die Fährtensuche kann als Sportart mit Wettkämpfen betrieben werden, aber auch einfach nur als Freizeitbeschäftigung dienen.

    Eine Fährte kann im Übrigen auch mit einem Gegenstand gelegt werden, der über den Boden schleift, und bietet somit eine vielseitige Möglichkeit, den Geruchssinn des Hundes zu trainieren.

     

    Dummy-Training

    Das Dummy-Training wurde ursprünglich zum Training von Jagdhunden eingesetzt. Dabei sucht der Hund nach einem Dummy, der als Attrappe für geschossenes Wild oder Enten dient.

    Heutzutage ist das Dummytraining ein super Mittel zur geistigen Auslastung geworden. Und das für jeden Hund, der gern seine Nase einsetzt, der gern mit seinem Menschen zusammen arbeitet und der gern apportiert. Das Gute ist, Dummytraining ist nicht nur eine super geistige Auslastung. Du kannst einen Dummy auch super zur Festigung von Grundsignalen nutzen. Deiner Kreativität beim Dummytraining sind keine Grenzen gesetzt.

     

    Suchspiele

    Suchspiele sind eine einfache und unterhaltsame Möglichkeit deinen Hund geistig auszulasten. Es gibt zahlreiche Indoor- und Outdoor-Suchspiele, die von einem Schnüffelteppich über das Verstecken von Leckerlis in Baumrinden im Wald bis hin zu einem Geruchsmemory reichen. Egal ob Futter suchen, Spielzeuge oder Gegenstände. Deiner Kreativität sind auch hier keine Grenzen gesetzt und du kannst Suchspiele super in deinen hündischen Alltag integrieren.

      Egal ob Welpe, junger Rüpel oder Senior, Nasenarbeit ist für Hunde aller Altersgruppen und Rassen geeignet und bietet eine sinnvolle Beschäftigung, die die natürlichen Fähigkeiten deines Hundes fördert. Mit diesen verschiedenen Möglichkeiten der Nasenarbeit kannst du sicherstellen, dass dein Hund körperlich und geistig gefordert wird. Je nach Charakter und Veranlagung gibt es im Grunde im Such- und Schnüffelparadies keine Grenzen.

      Eins solltest du allerdings beachten.

      Wenn du das intensive Schnüffeln und Suchen deinem Hund kontrolliert beibringen möchtest, dann achte auf Ruhe, Ordnung, ein klares Anfangssignal, ein klares Ende und einer ausreichenden Absicherung. Du willst deinem Hund ja sicherlich nicht das unkontrollierte Jagen oder Futter suchen und aufnehmen beibringen.

       

      Welche Such und Schnüffelspiele du in deinen hündischen Alltag integrieren kannst, ohne gleich in die Profischiene abrutschen zu müssen. Auf was du achten solltest, wie du mit dem Such und Schnüffelspaß am Besten anfängst, das erfährst du diese Woche in den Quick Tipps. Hüpf fix rein und lass dich weiter inspirieren.

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