Die Wahrheit hinter fehlender Aufmerksamkeit deines Hundes: Warum dein Hund nicht bei dir ist!
Du gehst mit deiner Fellschnute schön gemütlich spazieren, aber irgendwie läuft es immer ein bisschen anders als du dir es vorstellst. Lässt dich dein Hund während des Spazierganges links liegen? Keine Angst, du bist nicht allein! Es gibt so viele Hundehalter, die auf und nieder hüpfen. Aber da ist ja noch der Geruch hier, das Geräusch da, die letzte Pippistelle der Nachbarshündin, alles ist interessanter.
Natürlich ist das frustrierend und enttäuschend. Natürlich fühlt es sich an, als ob alles auf wackeligen Beinen steht.
Du wünschst dir ja eigentlich, dass ihr gemeinsam spazieren geht und nicht getrennt.
Was du falsch machst? Ob dein Hund dich gar nicht mag? Was andere Hundehalter, deren Hunde total on Point aufmerksam sind, anders machen?
Das kann ich dir hier und jetzt nicht direkt beantworten, aber vielleicht findest du in diesem Beitrag wenigstens eine Erklärung dafür. Oder noch besser. Vielleicht habe ich für dich noch ein paar Ideen und Stellschrauben, an denen du drehen kannst um die Aufmerksamkeit deines Hundes zu bekommen.
Weil es einfach schöner und angenehmer ist, wenn ihr gemeinsam durch das Leben und den Alltag geht. Weil es dir mehr Sicherheit gibt, wenn dein Hund dir gegenüber aufmerksam ist. Weil du deinem Hund so viel mehr Freiheiten gönnen könntest, wenn er ansprechbarer und abrufbarer wäre. Weil es einfach mehr Leichtigkeit in euer Leben bringen würde, wenn er aufmerksam neben dir läuft, anstatt wie wild jeder Spur hinterher stürmen zu wollen und dann in die Leine zu brettern.
Warum dein Hund draußen so abgelenkt ist, hat – du kennst es bereits – es hat total viele Gründe.
Vielleicht fange ich mit der Erklärung mal beim Ursprung an. Stell dir einen jungen kleinen Welpen vor. Der hat im besten Fall schon eine Mutter, die gut erzogen und total aufmerksam seinen Haltern gegenüber ist. Dem Welpen wird somit im besten Fall schon im Mutterleib mitgegeben: Menschen sind gut und wenn du dich an ihnen orientierst hat es einen Vorteil. Hat er aber eine Mutter, die den ganzen Tag sich selbst überlassen ist und nicht harmonisch im Familienverbund aufwächst ist natürlich das Gegenteil der Fall.
So weiter geht’s mit den ersten Lebenswochen. Wenn unser kleine Welpe jetzt viel positiven Kontakt zu Menschen hat, lernt er auch hier: Sich an den Menschen zu orientieren ist super. Wenn er allerdings keine Menschen kennenlernt, dann sind sie ihm später auch eher unheimlich. Und er lernt auch, dass er ohne Menschen ja auch gut allein klar kommt. Wenn der kleine Welpe sogar schlechte Erfahrungen macht, weil er immer sehr stürmisch oder ruppig angefasst wird, dann kann man so einem kleinen Wesen schon in den ersten Wochen beibringen, dass es besser ist seinen Stiefel zu machen.
Der Charakter und die Erfahrungen der Mutter, die Trächtigkeit der Mutter und die ersten Lebenswochen sind prägend für unsere Hunde. Der Charakter wird geformt.
Das heißt: Es gibt Hunde, die in den ersten Wochen gelernt haben, dass Menschen echt einen Vorteil haben und es gibt Hunde, die gelernt haben, dass es besser ist sein Ding zu machen. Der Charakter ist dabei entscheidend.
Natürlich spielt auch die Rasse unserer Hunde eine wichtige Rolle. Es gibt Rassen, bei denen Wert darauf gelegt wurde engen Kontakt zu Menschen zu pflegen oder gemeinsam mit dem Menschen ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Sei es das Wild aufjagen, das getötete Wild zu bringen, oder auch einfach nur gemeinsam andere Tiere einzutreiben.
Und es gibt Rassen, die dafür gezüchtet wurden allein und selbstständig eine Aufgabe zu erfüllen. Sei es die Schafsherde vor Wölfen zu verteidigen oder allein in den Fuchsbau zu kriechen oder Haus und Hof zu bewachen.
Sprich: Die Genetik, Abstammung und der Ursprung der Rasse ist beim Thema Aufmerksamkeit natürlich auch zu beachten. Du brauchst dich nicht wundern, dass dein Hund eine Aufgabe selbstständig ausübt, wenn es ihm in die Gene gelegt wurde.
So kommen wir aber zurück zu unserem kleinen Welpen. Er hat bereits seine ersten Erfahrungen gemacht, wird jetzt von seiner Mutter getrennt und kommt bestenfalls in eine Familie, die weiß auf was man im Welpentraining wert legen sollte.
Die Familie zeigt dem Welpen Stück für Stück die Welt, ohne ihn zu überfordern. Sie achten auf genügend Ruhe. Sie beschützen ihn, wenn sie merken, dass er Angst bekommt. Sie stellen Regeln und Grenzen auf. Sie achten aber auch enorm darauf gutes Verhalten, wie zum Beispiel die Orientierung und Aufmerksamkeit zu bestärken.
Welpen orientieren sich am Anfang ganz sehr an ihrem Menschen. Sie dackeln ihm hinterher. Sie rennen noch nicht so weit weg. Warum? Weil die große weite Welt anfangs für die kleinen Welpen sehr gruselig ist. Jegliche Orientierung sollte gerade am Anfang ganz sehr bestätigt und gelobt werden, damit der Welpe lernt: Auf seinen Menschen zu achten hat einen Vorteil. Und damit der kleine Welpe diese Aufmerksamkeit seinem Menschen gegenüber beibehält.
Mit der Zeit wird der kleine Welpe aber auch sicherer und erkundungsfreudiger. Und das ist oft der entscheidende Punkt.
Wenn der Welpe jetzt merkt, oh es macht aber Spaß einfach woanders hin zu rennen.
Wenn der Welpe merkt, oh hier ist es interessant und dort auch.
Und wenn der Welpe lernt, dass es ja auch gar nicht so schlimm ist nicht mehr auf seinen Menschen zu reagieren, weil der wartet ja auch, oder es hat ja auch keine negative Konsequenz nicht zu reagieren.
Dann entfernt er sich Stück für Stück von seinem Menschen. Wenn der Welpe erkundungsfreudig wird, gepaart mit zu vielen Freiheiten, dann wird er mit steigendem Alter sein Ding machen. Wenn er nicht mehr für gutes Verhalten bestätigt wird, zum Beispiel für die Kontaktaufnahme zu seinem Menschen, dann lohnt es sich ja auch nicht mehr, sich an ihm zu orientieren. Wenn der Hund nicht von seinem Menschen beschützt wird, dann lohnt es sich nicht mehr bei ihm zu bleiben. Wenn Mutti öfters meckert, lohnt es sich nicht mehr.
Das heißt für dich:
💜 Regeln und Grenzen und das Einschränken von Freiheiten sind enorm wichtig für die Aufmerksamkeit deines Hundes.
💜 Der Fokus auf alle positiven Verhaltensweisen ist enorm wichtig.
💜 Die Kommunikation zwischen dir und deinem Hund ist wichtig für die Aufmerksamkeit.
💜 Dass du für deinen Hund einstehst, ihm Sicherheit bietest ist wichtig für die Aufmerksamkeit.
💜 Positive Erfahrungen mit dir und nicht übermäßig tolle Erfahrungen mit Anderen ist enorm wichtig für die Aufmerksamkeit.
Und ja all diese Punkte sind total komplex. Aber wäre ja zu einfach, wenn ich jetzt sage: mach dies und dann funktioniert es. Dafür sind wir und unsere Hunde einfach zu unterschiedlich.
So aber das war noch nicht das Ende der Geschichte. Dein Hund erreicht natürlich dann auch mal die Pupertät. Jetzt kommt auch noch das Hormonchaos hinzu. Sowohl bei Männchen, als auch bei Weibchen.
Aber gerade bei Rüden ist der Fortpflanzungstrieb vollkommen normal und natürlich. Jeder weibliche Geruch bringt die Gefühle in Wallungen. Das heißt: Dein Hund hat natürlicherweise mehr Interesse auf die Suche nach der nächsten Hündin zu gehen, als dir Aufmerksamkeit zu schenken.
Wie du siehst, dein Hund macht im Laufe seines Lebens die verschiedensten Erfahrungen. Das prägt einmal seinen Charakter und das lernt ihm auch, ob es sich lohnt sich an seinem Menschen zu orientieren und ihm Aufmerksamkeit zu schenken oder eben nicht.
Du sagst jetzt bestimmt: Naja aber die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern. Was kann ich denn jetzt tun? Oder ist die Geschichte mit der Aufmerksamkeit jetzt eh vorbei?
Also: Hunde lernen ihr Leben lang. Wenn du jetzt an eurer Kommunikation, an den zukünftigen Erfahrungen deines Hundes, am Thema Schutz und Sicherheit und an Regeln und Grenzen, aber auch an einer positiven Grundstimmung zwischen euch arbeitest, kannst du ganz viel in eurem Alltag verbessern und optimieren.
Den Charakter deines Hundes wirst du aber nicht ändern können. Genauso wenig wie die genetischen Voraussetzungen. Und ja auch ältere total einprägende Erfahrungen wirst du nicht mehr löschen können.
Was du jetzt konkret tun sollst? Kann ich dir immer noch nicht sagen, denn wie du siehst, ist das Thema Aufmerksamkeit und Orientierung eng verbunden mit anderen Themen. Dementsprechend total komplex. Aber ich kann dich inspirieren. Folg mir weiter per Instagram, lies meine Newsletter, kauf die Online Kurse oder hol dir die täglichen Quick Tipps. All die Dinge zielen auf ein entspanntes Miteinander zwischen dir und deinem Hund ab.
💜 Optimierst du eure Kommunikation verbessert sich die Aufmerksamkeit.
💜 Bietest du deinem Hund Schutz verbessert sich die Aufmerksamkeit.
💜 Hast du klare Regeln und Grenzen verbessert sich die Aufmerksamkeit.
💜 Trainierst du regelmäßig mit deinem Hund, hast aber auf der anderen Seite genauso viel Spaß mit ihm, verbessert sich die Aufmerksamkeit.
Dein Hund muss lernen, dass es bei dir angenehm ist. Genauso dass du derjenige bist, der Vorgaben macht und Verantwortung übernimmt.
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