Verbundenheit pur: So festigst du die Bindung zu deinem Hund.

Jeder wünscht sich eine gute Beziehung zu seinem Hund. Aber was ist denn eine gute Beziehung?

💜Ist ein Hund, der alle Signale seines Menschen ausführt auch gleichzeitig ein Hund, der eine gute Beziehung und Bindung zu seinem Menschen hat?

💜 Ist ein Hund, der gern mit seinem Menschen auf dem Sofa kuschelt ein Hund, der eine gute Beziehung zu seinem Menschen hat?

💜 Ist ein Hund, der bei Gefahren den Schutz des Menschen sucht ein Hund, der eine gute Beziehung zu seinem Menschen hat?

💜 Ist ein Hund, der niemals Aggressionen zeigt und alles über sich ergehen lässt ein Hund, der eine gute Beziehung zu seinem Menschen hat?

Kann sein. Muss aber nicht.

Jeder stellt sich unter einer guten Beziehung etwas anders vor. Jeder definiert eine gute Beziehung anders. Der Eine braucht mehr Freiheiten und fühlt sich trotzdem verbunden, der andere braucht engeren und intensiveren Kontakt. Das ist bei uns Menschen so. Das ist auch bei den Hunden so.

Das Leben ist bunt. Und genauso bunt sind die Charaktere von Mensch und Hund. Du kannst eine gute Beziehung letztendlich nie so richtig definieren und pauschalisieren.

Aber du kannst für dich Punkte herausfinden, die du als wichtig für deinen hündischen Alltag empfindest. Die du dir wünschst und die du dir für deinen Hund wünschst. Aber Achtung: Übertrag deine Bedürfnisse nicht 1:1 auf deinen Hund. Beachten musst du immer auch die Bedürfnisse und den Charakter deines Hundes.

Der Hund ist ein Hund und handelt auch so

Ein ganz wichtiger Punkt, wenn du dir Gedanken zu der Beziehung mit deinem Hund machst, ist folgender: Hunde sind noch schlimmere Opportunisten, als wir Menschen.

Wir Menschen gehen auf Arbeit, um Geld zu verdienen. Vielleicht auch weil unsere Arbeit uns Spaß macht. Wir Menschen machen Dinge für andere Menschen, weil wir sie gern haben. Wir tun diese Dinge aber vor allem auch, weil wir uns einen Vorteil davon verschaffen wollen. Wir gehen Arbeiten, um den Vorteil zu haben uns etwas kaufen zu können. Wir tun einem Freund einen Gefallen, weil er uns ja auch mal nützlich sein könnte. So hart es klingt. Wir Menschen tun viele Dinge aus Eigennutz. Weil wir uns einen Vorteil davon versprechen. Wir tun aber auch Dinge aus Liebe.

Bei unseren Hunden ist dies ein bisschen anders. Sie tun nix aus Liebe. Sie tun die Dinge, die wir verlangen, weil sie sich einen Vorteil davon versprechen. Der Vorteil könnte positiv aussehen. Zum Beispiel reagiert dein Hund auf dein Rückrufsignal, weil er ein Leckerli oder Spaß mit dir erwartet. Der Vorteil könnte aber auch so aussehen: Dein Hund reagiert, weil er Negatives vermeiden möchte. Er frisst den Hausschuh jetzt nicht mehr an, weil er gelernt hat, dass du dann ganzschön meckerst.

Fazit: Hunde tun Dinge, weil sie sich einen Vorteil versprechen. Sie tun es aus Eigennutz. Etwas zu tun aus reiner Böswilligkeit oder Liebe gibt es meiner Meinung nach nicht bei unseren Vierbeinern.

Doch zurück zu eurer Mensch- Hund Beziehung.

Letztendlich geht es doch nicht um irgendwelche Handlungen. Es geht vielmehr um die emotionale Verbindung, um das Vertrauen ineinander, um Spaß miteinander und vor allem um eine intensiv erlebte Zeit.

Ich persönlich verbinde mit einer guten Beziehung vor allem das Vertrauen ineinander, dass der Eine sich auf den Anderen verlassen kann. Dieses muss man sich allerdings durch viele kleine Handlungen im Alltag erarbeiten.

Es gibt 4 wichtige Säulen, mit denen du dich einmal beschäftigen kannst, wenn du etwas an eurer Mensch- Hund Beziehung tun möchtest.

Eine gute Kommunikation fördert die Beziehung.

Wenn du deinen Hund gut lesen kannst. Wenn du die Körpersprache von ihm verstehst. Wenn du deine Körpersprache und wiederum die Reaktion deines Hundes auf deine Kommunikation verstehst, dann ist ein ganz großer wichtiger Punkt in der Förderung einer guten Beziehung zwischen dir und deinem Hund abgehakt. Und glaube mir. Das ist ein total komplexer Baustein.

Tipp: Nimm dir öfters mal mit der Kamera auf, wenn du deinen Hund Aufgaben gibst, wenn du mit ihm kommunizierst und schau es dir in Slow Motion noch einmal an. Dann siehst du genau wann du welchen körpersprachlichen Druck aufbaust und wie dein Hund darauf reagiert.

Ein weiterer ähnlicher Punkt, der mit dem Thema den Hund lesen können sehr zusammenhängt ist folgender. Du solltest bestenfalls immer wissen, wie es deinem Hund gerade geht. Nur wenn du seine Gefühle und Emotionen kennst, wirst du seine Bedürfnisse und sein Handeln verstehen und nur dann kannst du dementsprechend vernünftig reagieren. Wenn du deinen Hund zum Beispiel noch mehr Druck machst, obwohl er gerade Angst hat oder überfordert ist, dann tut dies eurer Beziehung nicht gut. Wenn du die Angst oder die Überforderung aber erkennst, erkennst, dass er gerade vielleicht mehr Abstand oder Schutz braucht, kannst du es ihm leichter machen. Nur dann kannst du ihn richtig unterstützen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass du klar und eindeutig mit deinem Hund kommunizierst. Dass du ihm freundlich und positiv motivierst die Dinge zu tun, die du dir wünschst. Dass du aber auch energievoll und fair Grenzen setzt. Kleine Empfehlung am Rande: Im Kurs Heldenhafte Kommunikation kannst du dich 2 Wochen lang inspirieren lassen, wie du die Aufmerksamkeit und Orientierung deines Hundes bekommst, aber auch deine Kommunikation optimierst.

Sicherheit auf beiden Seiten fördert die Beziehung

Vertrauen und damit eine gute Beziehung kann sich nur entwickeln, wenn sich dein Hund bei dir und deiner Umgebung sicher fühlt.

Dazu gehört zum einen, dass du deinem Hund durch die oben schon angesprochenen Punkte der Kommunikation eine gewisse Handlungssicherheit verschaffst. Handlungssicherheit bedeutet, dass dein Hund immer weiß woran er bei dir ist. Dass du nicht plötzlich unvorhersehbare Dinge tust. Dass du nicht im einen Moment deinen Hund freundlich bittest aufs Sofa zu kommen und im nächsten Moment, wenn er es selbst versucht aufs Sofa zu kommen du absolut ausrastest. Dein Hund muss immer wissen woran er bei dir ist.

Nein, du musst nicht immer alles gleich machen. Du kannst auch mal den einen Tag das Eine erlauben und den anderen Tag wieder nicht. Aber du darfst nicht total unvorhersehbar und impulsiv zu deinem und mit deinem Hund sein.

Du als Person, dein Charakter, deine Emotionen haben natürlich auch einen mega großen Einfluss auf die Sicherheit deines Hundes. Sei dir dessen einfach bewusst und arbeite auch an deiner persönlichen Entwicklung.

Rituale und ein strukturierter Alltag können helfen, dass dein Hund mehr Handlungssicherheit bekommt. ABER: Sie sind Fluch und Segen gleichzeitig. Rituale sind gut, gerade bei unsicheren und hibbeligen Hunden, denn sie geben den Hunden mehr Halt und Struktur. Sie werden aber dann problematisch, wenns mal nicht so läuft wie gewohnt. Dann bekommt dein Hund Stress und Frust, denn die Erwartungshaltung wird nicht mehr erfüllt. Also setz gern Rituale und Struktur in deinem Alltag ein. Aber wenn du merkst, dass dein Hund echt gestresst ist, wenns mal nicht mehr so läuft wie gewohnt, dann veränder die Rituale auch hin und wieder mal.

Dem Hund Schutz bieten gehört natürlich auch dazu, wenn es um Sicherheit geht. Bau dir eine Safe Zone auf, trainiere diese Stück für Stück, um sie dann in schwierigen Situationen einsetzen zu können.

Damit sich dein Hund in deiner Umgebung und mit dir sicher fühlt, solltest du ihn auch immer mal wieder vor Herausforderungen stellen, die ihr gemeinsam meistert. Wenn ihr gemeinsam schwierige Situationen meistert, macht ihr gemeinsam positive Erfahrungen. Damit wächst das Vertrauen deines Hundes ungemein. Welche Herausforderungen ihr euch stellen solltet? Das kommt ganz darauf an, was für dich und deinen Hund eine Hürde ist. Wichtig ist vielleicht noch zu sagen: Fordern, aber nicht überfordern. Damit ihr positive Erlebnisse sammelt.

Zuneigung fördert die Beziehung

Genieß jeden Moment mit deinem Hund. Geh raus und erlebe das Abenteuer. Wenn du die Zeit mit deinem Hund intensiv nutzt, erlebst und ihr gemeinsam wie oben beschrieben Herausforderungen meistert, könnt ihr auf lange Sicht hin zu einem super Team heranwachsen.

Natürlich macht auch der Körperkontakt zwischen dir und deinem Hund etwas mit eurer Beziehung. Wenn du es erlaubst, dass dein Hund sich zu dir auf Sofa, an dich ran kuscheln darf, dann ist dies natürlich ein sehr positiver Aspekt. Aber bitte erzwinge Körperkontakt nicht. Tätschel deinen Hund nicht ständig an, wenn er zurückweicht. Hol ihn nicht ständig zu dir und drück ihn nicht, wenn er danach sofort geht oder gar Abwehrhaltungen zeigt. Manche Hunde brauchen nicht so viel Körperkontakt. Das ist ok. Das solltest du akzeptieren. Warte lieber bis dein Hund zu dir kommt.

Um die Zuneigung zu fördern, um deinem Hund zu vermitteln, dass es echt von Vorteil ist bei dir zu sein, sind natürlich Orientierungsübungen super, denn dein Hund lernt, dass es in deiner Umgebung und mit dir angenehm ist. Er lernt gleichzeitig, dass es ohne dich blöd ist. Nutz Orientierungsübungen um die Zuneigung aktiv zu fördern.

Gemeinsamer Spaß fördert die Beziehung

Überlege dir einmal: Was macht deinem Hund so richtig Spaß? Woran habt ihr gemeinsam richtig viel Spaß? Und dann mach mehr davon!

Gemeinsame Hobbys, wie Inline Skaten, Joggen, Schnüffelarbeit, Agility, Dummysuche, Fährtenlegen, durch den Wald stromern, Tricks erlernen, Dog Dancing, oder auch das gemeinsame Kuscheln auf dem Sofa. Das Feld ist soooo breit. Sucht euch gemeinsame Aktivitäten, die euch beide fordern, erfüllen und glücklich machen. Dabei ist nur zu beachten, dass es beiden Parteien Spaß macht.  

Vorausgesetzt dein Hund ist nicht übermäßig ängstlich, unsicher oder aggressiv dann empfehle ich dir wirklich, spiel mit deinem Hund regelmäßig. Versuch das Ganze auch mal komplett ohne Spielzeug. Gemeinsames Fangen, Jagen, Verstecken, Schubsen und Raufen fördert auf jeden Fall die Bindung zwischen euch.

Ein letzter wichtiger Punkt, den ich dir heute mitgeben möchte: Fokussier dich immer aufs Positive. Nur wenn du dich auf die Dinge konzentrierst, die gut laufen, wirst du auf lange Sicht hin Spaß mit deinem Hund haben. Wenn du immer nur meckerst, was alles blöd war, was schief gegangen ist und was nicht nach deinen Vorstellungen ist, dann gerätst du in einen negativen Strudel aus Frust, Enttäuschungen und nicht erfüllten Erwartungen. Dann wird dein Hund und du auch keinen Spaß miteinander haben. Sei positiv, nur dann kannst du mit einem guten Gefühl mit deinem Hund agieren.

Nochmal kurz zusammenfassend:

Jeder definiert eine gute Beziehung zu seinem Hund anders, denn jeder hat andere Vorstellungen. Wichtig für dich: Überlege dir wie du dir ein entspanntes Miteinander vorstellst und an welchen Punkten du Optimierungspotential siehst.

Hunde haben ihren eigenen Charakter und handeln nie gegen dich, sondern immer zu ihrem Vorteil. Akzeptiere Eigenarten.

Stärke das Vertrauen. Sowohl in dich, als auch in deinen Hund. Durch eine gute Kommunikation, Sicherheit auf beiden Seiten, Zuneigung (so wie es für beide angenehm ist) und Spaß in eurem hündischen Alltag.

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