Wie du deinem Hund mehr Schutz bietest und ganz nebenbei das Vertrauen in dich stärkst
Du möchtest, dass sich dein Hund, gerade in schwierigen Situationen, wie Hundebegegnungen, einer Begrüßungssituation, oder dem Türenklingeln zurücknimmt, an dir orientiert und dich die Dinge regeln lässt?
Naja, die Ursache von Wuseligkeit und Bellen in solchen Situationen ist oft eine Unsicherheit deines Hundes oder Angst, gepaart mit mangelndem Vertrauen, dass du die Dinge regeln kannst. (Kleiner Hinweis: Das kann die Ursache sein. Es kann auch noch viel mehr dahinter stecken!)
Nun ist es aber so: Vertrauen bekommst du leider nicht geschenkt, Vertrauen musst du dir erarbeiten.
Leider sind unsere Hunde in den seltensten Fällen in solchen schwierigen Situationen, wenn die Emotionen Angst und Unsicherheit hochkommen, nicht in der Lage souverän zu handeln und für uns Menschen angenehme und schlaue Entscheidungen zu treffen. Im Gegenteil. Die meisten Hunde sind in vielen Alltagssituationen eigentlich total unsicher und überfordert. Fehlt dann der Rückhalt von ihrem Menschen, fühlen sie sich allein gelassen, sind sie der Meinung, dass ihr Mensch die Situation nicht regeln kann, dann fühlen sie sich verantwortlich und kümmern sich.
Zu unserem Leidwesen. Heraus kommt nämlich oft ein kläffender Hund oder ein Hund der gern mal nach vorne geht. Und ganz ehrlich: Das ist in den meisten Fällen nicht nach unseren Wünschen und unserem eigentlich unsicherem Hund tut dieses: „Ich regel das!“ auch nicht gut.
Aber du kannst etwas dagegen tun! Wahrscheinlich versuchst du schon viel, aber vielleicht nimmt es dir dein Hund einfach noch nicht ab.
Das Ding ist: Umso öfters du deinen Hund beschützt, desto besser kann er die Verantwortung an dich abgeben und desto mehr vertraut er darauf, dass du die Situationen im Griff hast.
Macht er oft die Erfahrung, dass du die Dinge regelst, dann wird er in einen ähnlichen Situation sich lieber mal im Hintergrund halten und die Verantwortung an dich abgeben. Weil er ja weiß, dass du es im Griff hast. Ergo: Du musst (nur) oft die Verantwortung übernehmen, dann wird dein Hund mit der Zeit an dich abgeben können.
Ich weiß. Das Ganze klingt einfacher gesagt, als getan. Es braucht viel Übung.
Aber wenn du auf folgende Dinge verstärkt achtest, kannst du deinem Hund besser vermitteln, dass du ihn beschützt …
💜 Nimm deinem Hund die Entscheidung ab, wie er mit komischen Situationen, Reizen und Momenten umgehen soll, in dem du ihm ein Signal gibst. So fühlt er sich nicht allein gelassen, muss nicht selbst entscheiden, ob Angriff oder Rückzug die beste Lösung ist.
Bsp.: Auf euch kommt eine betrunkene komische Person zugelaufen. Lass deinen Hund nicht an der langen Leine rumtüdeln oder frei laufen, in der Hoffnung, dass dein Hund der Situation aus dem Weg geht. Gib ihm eine Aufgabe. Zum Beispiel ein Sitz, bei Fuß oder Bleib hinter mir.
💜 Werde sicherer in dem was du tust. Das bedeutet für dich: üben, üben, üben.
Du musst viele schwierige Situationen gut meistern, damit DU sicherer in deinem Tun und Handeln wirst. Nur wenn du weißt was du tust und wie du am Besten handelst, kannst du deinem Hund Sicherheit vermitteln. Du kannst nicht mit einem aufrechten Gang oder ähnlichem so tun, als ob du sicher bist. Du musst aktiv an dir arbeiten, damit dir dein Hund glaubt und vertraut.
💜 Trainiert euch eine Safe Zone an!
Deinem Hund hilft es, wenn er weiß, dass du gerade die Lage im Griff hast. Ein Signal kann helfen. Zum Beispiel das Signal “bleib hinter mir”. Wenn dein Hund oft die Erfahrung macht, dass du ihn hinter dir parkst und gruselige Menschen oder ungewünschte Hunde abwehren kannst, lernt er, dass dieses Signal bedeutet: “Frauchen übernimmt jetzt die Verantwortung!”
💜 Werde egoistischer!
Deinen Hund zu beschützen sollte für dich an oberster Stelle stehen. Lass es nicht mehr zu, dass dein Hund von der Omi von nebenan angetätschelt wird, obwohl sich deine Fellschnute dabei unwohl fühlt. Wehre andere Menschen konsequent ab und sei dabei deutlich, denn damit tust du deinem Hund einen großen Gefallen.
💜 Achte auf die Körpersprache und eure Kommunikation.
Umso besser du deinen Hund lesen lernst, umso klarer du mit deinem Hund kommunizierst, umso wohler wird er sich bei dir fühlen. Bilde dich weiter. Lass dich beraten. Hör auf dein Bauchgefühl, damit du dir eine bessere und harmonischere Bindung zu deinem Hund erschaffst.
Natürlich wird es immer Situationen geben, in denen du sagst: „Ja doof gelaufen!“ Aber entscheidend ist die Summe der Situationen in eurem Alltag. Steh für deinen Hund ein, sag ihm ganz klar was er tun und lassen soll, trainiert ganz bewusst an den verschiedensten Ablenkungen, beobachte deinen Hund und dann lernst du Stück für Stück wie du deinem Hund mehr Sicherheit vermitteln kannst.
Du bist verantwortlich dafür, dass es deinem Hund gut geht. Dazu gehört auch, dass du verantwortlich dafür bist, dass dein Hund seine Angst und Unsicherheit durch dein Handeln Stück für Stück abbauen kann. Also übernimm die Verantwortung auch in Situationen, die du vielleicht als nicht so dramatisch einschätzt.
Natürlich kann man das Gefühl Angst und Unsicherheit nicht einfach abstellen. Oder beruhigt es dich, wenn jemand zu dir sagt: „Du brauchst keine Angst haben!“? Genau aus diesem Grund ist dieses Thema nicht von heute auf morgen abgearbeitet. Gefühle und Emotionen zu ändern braucht Zeit. Gebe sie dir und deinem Hund.
Wenn du noch mehr Input zum Thema „Dem Hund Schutz bieten“ brauchst, dann lass dich doch gern von den Quick Tipps im Februar inspirieren. Diese Woche (ab dem 01.02.2024) schauen wir uns detaillierter genau diese angesprochenen Punkte an.
Vielleicht ist der eine oder andere Aha Moment dann für dich dabei. Vielleicht änderst du dann Kleinigkeiten in eurem Alltag. Und vielleicht wächst du und dein Hund dann ein bisschen mehr zu einem super Team heran.
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